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London/Washington/Zug (awp/sda/dpa/rtd/dapd) - BP steht das Wasser bis zum Hals. Genau ein Jahr nach Beginn der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko will sich der Ölmulti nun Geld zurückholen - 40 Milliarden Dollar Entschädigung von Transocean, der Betreiberin der Plattform "Deepwater Horizon".
BP verklagte am Mittwoch (Ortszeit) die in Zug ansässige Firma Transocean, von der sie die Bohrinsel geleast hatte. Die Klage wurde bei einem Bundesgericht in New Orleans (Louisiana) eingereicht, wie BP am Donnerstag bestätigte.
Der britische Konzern wirft Transocean Fahrlässigkeit vor. Diese habe dazu geführt, dass die Bohrinsel nicht seetauglich gewesen sei. Jedes Sicherheitssystem auf der "Deepwater Horizon" habe versagt.
Ausserdem geht BP gerichtlich gegen Cameron International in Houston (Texas) vor. Der Herstellerin des Absperrventils wirft BP vor, ein Produkt mit fehlerhaftem Design geliefert zu haben. Rechtliche Schritte hat BP zudem gegen Halliburton eingeleitet. Die US-Firma war für die Einbetonierung der Quelle zuständig.
GEGENKLAGE VON TRANSOCEAN
Transocean reichte am Donnerstag in Lousiana eine Gegenklage gegen BP und die anderen am Unfall beteiligten Firmen ein, um sich gegen die Entschädigungsforderung zu wehren, wie das Unternehmen mitteilte.
In den Verträgen zwischen BP, Transocean und der US-Regierung sei vorgesehen, dass BP für Verschmutzungen und nötige Säuberungen voll haftbar sei, wenn aus dem Bohrloch Öl auslaufe, erklärte Transocean.
Zuvor hatte Transocean in einer Stellungnahme, die der "Financial Times" vorlag, die Klage von BP als einen "verzweifelten Versuch" des britischen Konzerns bezeichnet, die volle Verantwortung für die Umweltverschmutzung und die daraus entstehenden Kosten von sich zu weisen.
"VERANTWORTUNG ALLEINE BEI BP"
Die Klage sei "fadenscheinig und skrupellos", hiess es weiter. Zudem habe BP bereits die Verantwortung für die Kosten des Unfalls übernommen.
Transocean hatte die Verantwortung für das Unglück von Anfang an auf BP abgeschoben. Die Massnahmen auf der Plattform in den letzten Stunden vor der Explosion seien von BP-Ingenieuren vorgegeben und von den Regulierungsbehörden abgesegnet worden.
Das Zuger Unternehmen wies bereist nach der Vorlage des Abschlussberichts einer Expertenkommission der US-Regierung auf die dort aufgelisteten Versäumnisse von BP hin. Die Kommission warf aber auch Transocean vor, eine Reihe gefährlicher und zeitsparender Massnahmen ergriffen zu haben, ohne die Risiken in Betracht zu ziehen.
KATASTROPHE JÄHRT SICH
Das Unternehmen mit Stammsitz in Houston (Texas) hatte erst kurz vor der Katastrophe seinen Holdingsitz in steuergünstige Zug verlegt. Am 20. April 2010, just am Tag als Transocean in der Schweiz an die Börse ging, explodierte die "Deepwater Horizon".
11 Arbeiter starben. 780 Millionen Liter Rohöl strömten ins Meer, bis die Quelle in 1500 Metern Tiefe im August geschlossen werden konnte. 48'000 Menschen kämpften gegen das Öl, das 1000 Kilometer Küste verschmutzte.
BP MUSS MILLIARDENVERLUST VERKRAFTEN
Derzeit sind rund 30 Milliarden US-Dollar an Folgekosten eingeplant. BP hat bereits Vermögenswerte in Höhe von rund 24 Milliarden US-Dollar verkauft, etwa Ölfelder in Argentinien oder in der Nordsee.
Die Briten haben derzeit zahlreiche offene Baustellen: Die Ölpest hatte dem Unternehmen nicht nur einen massiven Image-Schaden eingebracht, sondern im vergangenen Jahr erstmals seit Jahrzehnten einen Verlust von 5 Milliarden US-Dollar. Die Folgekosten für die Katastrophe dürften in naher Zukunft nicht versiegen.
Probleme gibt es ausserdem in Russland. Dorthin hatte sich BP nach dem Golf-Desaster stärker ausrichten wollen. Ein Milliarden-Deal mit dem russischen Konzern Rosneft zu Ausbeutung von Vorkommen im Nordpolarmeer aber droht zum Fiasko zu werden.
Vorgesehen ist ein Aktientausch mit Rosneft im Wert von 14,6 Milliarden Franken. Allerdings hat das russische Oligarchen-Konsortium AAR gegen die geplante Zusammenarbeit ein Veto eingelegt. Mehrere Schlichtungsversuche sind bereits gescheitert. Die neue Frist für den Aktientausch ist der 16. Mai.
rt

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