Traurige Weihnachten in Gondo

Gondo heute. Trotz Wiederaufbau wird Weihnachten für diejenigen, welche zurückkehrten nicht einfach werden. Keystone

Etwas mehr als zwei Monate sind seit der Katastrophe vergangen. Der Erdrutsch hat in Gondo, im Kanton Wallis, 13 Personen das Leben gekostet. Rund 30 Personen sind seither ins Dorf zurückgekehrt. Sie erwartet ein trauriges Weihnachtsfest.

Dieser Inhalt wurde am 21. Dezember 2000 - 09:06 publiziert

Ein grosser Tannenbaum mit goldenen und roten Kugeln steht in der Schneise, die das Dorf seit dem 14. Oktober zweiteilt und wo Schlamm und Schutt rund 10 Häuser mitgerissen hatten. Auch die Hauptstrasse wurde mit Weihnachtsschmuck verschönert.

Dieser Schmuck kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Unwetter-Katastrophe dem Dorf einen bisher unauslöschbaren Stempel aufgedrückt hat. Der Schlamm und die Steine sowie der fortwährende Lärm der Baumaschinen verstärken das Gefühl von Trostlosigkeit und Verzweiflung.

Schwierige Weihnachten

"Vor diesem Hintergrund wird das Weihnachtsfest zweifellos schwierig zu feiern sein", erklärt Josef Sarbach, Pfarrer von Gondo und Simplon-Dorf. Er habe zwar die verstreuten Mitglieder der Kirchgemeinde eingeladen, die Mitternachtsmesse in Gondo zu feiern. "Es bleibt aber ungewiss, wer alles kommen wird", sagt Sarbach.

Momentan sind in der Nacht nur wenige Fenster erleuchtet. Von den ursprünglich 162 Einwohnerinnen und Einwohnern des Dorfes sind bisher nur rund 30 nach Gondo zurückgekehrt. Und einige der Rückkehrer haben bereits beschlossen, Weihnachten nicht in Gondo zu feiern. Die Erinnerungen an die Verstorbenen wären zu traurig.

Zukunft ungewiss

Viele Leute wollen nicht ins Dorf zurückkehren, weil sie vor dem Angst haben, was sie dort erwartet, erklärt Sarbach. "Nicht nur die Häuser müssen wieder aufgebaut werden, auch das Leben".

Mit der Katastrophe ging auch die soziale Struktur des Dorfes kaputt. Die Toten nahmen im Leben der Gemeinde wichtige Positionen ein, erklärt der Pfarrer. "So denken wir immer noch daran, dass wir nie mehr bei Rosi einen Kaffee trinken werden".

swissinfo und Agenturen

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