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Trotz allem zusammen leben

Neve Shalom Wahat al-Salam ist auf etwa 40 Familien angewachsten.

(www.nswas.com)

Das Friedensdorf "Neve Shalom / Wahat al-Salam" will zeigen, dass Palästinenser und Israeli auch heute gemeinsam leben können. Es brauche aber internationale Hilfe.

"Neve Shalom" / "Wahat al-Salam" bedeutet auf Hebräisch und Arabisch "Oase des Friedens". Es ist eine vor 30 Jahren gegründete Dorfkooperative im Kernland Israels, in welcher jüdische und palästinensische Familien zusammen leben.

"Ich wäre zurzeit lieber daheim in Israel, weil ich dann das Gefühl hätte, etwas unternehmen zu können", erzählt Evi Guggenheim Shbeta in Bern gegenüber swissinfo. "Ich könnte humanitäre Hilfe leisten oder gegen die Politik von Sharon demonstrieren."

"Fundraising" für das Dorf

Evi Guggenheim Shbeta ist Jüdin, sie stammt aus der Schweiz. Seit Jahren lebt sie - zusammen mit ihrem palästinensischen Ehemann und den Kindern - in Neve Shalom.

Vor einigen Monaten ist sie in die Schweiz zurück gekehrt, um Geld und Unterstützung für ihr Dorf und für die Friedensarbeit zu sammeln. "Immerhin weiss ich", so Guggenheim, "dass bei uns im Dorf das friedliche Zusammenleben weitergeht".

Der palästinensische Israeli Daoud Boulos geniesst seinen kurzen Aufenthalt in der Schweiz: "Endlich mal keine Soldaten, die mich schikanieren, nur weil ich Arabisch spreche."

Über Hoffnung sprechen

Zusammen mit Guggenheim will Boulos ausserhalb seines Landes "über unser Dorf, über Hoffnung und über einen vielleicht möglichen Frieden sprechen".

"Das Beispiel unseres Dorfes ist zurzeit überdeckt von Gewalt und den täglichen tragischen Ereignissen", erzählt Boulos. Doch es zeige noch immer, dass Friede im Alltag, von Mensch zu Mensch, möglich sei.

Politisieren statt Erziehen

Man sitze stundenlang vor dem Fernseher, diskutiere über Politik - das Leben habe sich schon verändert in den letzten Monaten. "Die politischen Aktivitäten dominieren häufig die Erziehungs-Arbeit, die ja eigentlich unser tagtägliches Kerngeschäft ist."

Die Begegnungs- und Friedenskurse, welche Neve Shalom / Wahat al-Salam für Menschen aus den palästinensischen Gebieten und aus Israel anbietet, seien momentan kaum mehr möglich. Denn für Palästinenser sei die Einreise nach Israel versperrt. "Unserer Stimme wird kaum zugehört", sagt Boulos. Evi Guggenheim ergänzt: "Die gesamte Linke in Israel ist sozusagen verstummt."

Die internationale Arbeit, welche Neve Shalom / Wahat al-Salam organisiert - beispielsweise Konfliktbewältigungs-Kurse in Nordirland - gehe natürlich weiter.

Internationale Intervention - und weshalb schweigen die Christen?

Trotz der schlechten Vorzeichen, der Zurückweisung der Vereinten Nationen durch Israel, sehen Guggenheim und Boulos keine andere Möglichkeit als "Hilfe von aussen", um aus der Gewaltspirale auszubrechen. Die UNO müsse intervenieren, da sind sich beide einig.

Ganz grundsätzlich brauche es mehr internationale Einmischung, ergänzt Daoud Boulos: "Ich als Christ bin sehr wütend über die Respektlosigkeit gegenüber den Heiligtümern. Ich kann nicht verstehen, weshalb die Christen weltweit dazu schweigen." Auch wenn er kaum etwas über die Aktivitäten von Schweizerinnen und Schweizern wisse: Der kürzliche Appell der Schweizer Bischöfe sei deshalb ein Schritt in die richtige Richtung.

Eva Herrmann


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