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Trotz EU-Bedenken rasche Opel-Übernahme angestrebt (AF)

Dieser Inhalt wurde am 19. Oktober 2009 - 13:20 publiziert

BERLIN/FRANKFURT/MAIN/NEW YORK (awp international) - Trotz erheblicher Bedenken der EU-Kommission soll die Opel-Übernahme rasch abgeschlossen werden. Ein Vertragsabschluss zwischen Magna und dem bisherigen Mutterkonzern General Motors (GM) sei für diesen Mittwoch angestrebt, hiess es aus Verhandlungskreisen. Die Einigung sei "grundsätzlich möglich". Als Voraussetzung gilt, dass die von Brüssel gewünschten Klarstellungen von GM und der Bundesregierung vorliegen. Auch die künftigen Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmer müssten bis dahin geklärt sein.
Allerdings könnte es auch ganz anders kommen: Wegen der Bedenken der EU-Wettbewerbshüter schliesst GM ein Scheitern des Geschäfts nicht aus. Für diesen Fall ist der Autobauer nach einem Bericht des "Wall Street Journals" darauf vorbereitet, Opel doch zu behalten und selbst zu sanieren. Allerdings würden nach diesem "Plan B" weit mehr Stellen gestrichen als vom österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna geplant, berichtete das Blatt unter Berufung auf Insider.
KEINE BINDUNG AN MAGNA
Berlin hat nach dpa-Informationen in einem Brief an die Kommission inzwischen versichert, dass die Staatshilfen nicht an das Konsortium Magna/Sberbank gebunden seien und allein das überzeugende industrielle Konzept den Ausschlag gegeben habe. Nun muss noch GM eine Erklärung in Brüssel abgeben. Die EU-Wettbewerbsprüfer gehen dem Verdacht nach, dass es unerlaubte Absprachen gegeben haben könnte.
Die EU-Kommission bestätigte derweil, einen ersten Fortschritt zu sehen: Die EU-Behörde habe Hinweise, dass die deutschen Behörden - wie von der Kommission gefordert - an General Motors und die Opel- Treuhand geschrieben haben. Der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte: "Der Ball ist nun im Feld der Unternehmen."
GM SOLL MINDERHEIT HALTEN
Nach den bisherigen Plänen soll Magna mit dem russischen Partner Sberbank 55 Prozent am Autobauer Opel übernehmen. Die Belegschaft soll für Zugeständnisse zehn Prozent bekommen, GM will lediglich 35 Prozent behalten. Am Montag dauerten die Verhandlungen zwischen GM, Magna, Opel und den Arbeitnehmern über die künftigen Mitbestimmungsrechte der Beschäftigten weiter an.
Beim sogenannten "Plan B" würde General Motors dem Bericht zufolge zum Neustart von Opel die US-Regierung um weitere Finanzhilfen bitten oder die Tochter in eine geordnete Insolvenz schicken, um Altlasten abzuwerfen. Mindestens ein Werk in Deutschland würde geschlossen oder verkauft, berichtete das Blatt.
STELLENABBAU
Magna will in Europa rund 10.500 Stellen abbauen, davon etwa 4.500 der rund 25.500 Stellen in Deutschland. Die vier deutschen Werke in Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach will Magna erhalten.
EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hatte schwere Bedenken gegen die von der Bundesregierung versprochenen Hilfen von 4,5 Milliarden Euro geäussert. Deutschland solle schriftlich zusichern, dass die Zusagen nicht nur an Magna als Investor gebunden sind./mt/tb/fd/DP/stw

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