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Trotz Julihitze nur durchschnittliches Wespenjahr

Vorsicht! Auch wenn die Wespen 2006 nur durchschnittlich fliegen.

(Keystone)

Die Hitze im Juli hat die Wespen in der Schweiz beflügelt, nachdem ihre Entwicklung im kalten Frühling arg gebremst worden war.

Sorgen bereiten den Experten diesen Sommer die Bienenvölker. Einmal mehr wurden sie stark dezimiert.

Die andauernde Kälte im vergangenen Frühjahr hat die Wespen und im Tessin auch die Hornissen in ihrer Entwicklung zurückgeworfen, sind sich Experten einig.

So konnte anfänglich der falsche Eindruck entstehen, es existierten heuer nur wenig Wespen, sagte Yves Gonseth, Leiter des Schweizerischen Zentrums für Kartografie der Fauna (SZKF) in Neuenburg.

Dabei waren die Tiere lediglich später als üblich mit Nestbau und Aufzucht beschäftigt. Auffällig und lästig werden die Wespen laut Gonseth erst nach getaner Arbeit, wenn sie damit beginnen, für sich selbst zu jagen.

Dann erst näherten sie sich aggressiv Tellern und Konfitürengläsern, sagte
der Biologe.

Je wärmer, je aktiver

Das bestätigte auch Daniel Burckhardt, Präsident der Schweizerischen insektenforschenden Gesellschaft (SEG) und Konservator des Naturhistorischen Museums in Basel.

Für genaue Aussagen zum Wespenvorkommen fehlen aber laut Burckhardt die Studien. Nach einem milden Frühling gebe es aber tendenziell mehr Wespen, weil dann zahlreiche Blattläuse als Nahrungsgrundlage vorhanden seien.

Meldungen von nestbauenden Wespen hätten vor anderthalb Monaten aus der ganzen Schweiz massiv zugenommen, sagte der Präsident des Verbands Schweizerischer Schädlingsbekämpfer, Anton Hasenböhler.

Je wärmer es sei, desto aktiver seien diese Insekten. Trotz der Rekordtemperaturen im Juli geht auch Hasenböhler von einem durchschnittlichen Wespenjahr aus.

Der jüngste Kälteeinbruch im August konnte den Wespenstaaten aber nichts mehr anhaben. Zwar fliegen sie bei Nässe und Temperaturen unter 15 Grad nicht mehr. Doch halten es Wespen rund zehn Tage ohne Nahrung aus.

Zur Not könnten sie auch eigene Larven verzehren, denn ihre Kolonien seien zurzeit gross genug, um einen solchen Verlust zu verkraften, sagen die Fachleute.

Bienen traf es stark

Was die Wespen in den Frühlingsmonaten bremste, überraschte auch die meisten anderen Insekten. Laut Christine Müller, Professorin am Institut für Umweltwissenschaften an der Universität Zürich, erfroren zahlreiche Hummeln im Wintereinbruch.

Drastisch dezimiert wurden erneut die Bienenvölker. Peter Gallmann, der das Zentrum für Bienenforschung leitet, sprach von einer dramatischen Situation. Im Frühjahr wurde bekannt, dass in gewissen Regionen bis zu 80% der Bestände eingegangen waren.

Doch das Wetter sei nicht schuld an der hohen Sterberate, sagte Gallmann. Denn bereits zum vierten Mal in Serie wurden hohe Verluste festgestellt. Neben dem Klima schliesst das Team vom Forschungszentrum Pestizide, Futter und Pollenmangel oder landwirtschaftliche Kulturen als Gründe für das Bienensterben aus.

Über die genaue Ursache für die dezimierten Bienenvölker rätseln die Forscher nach wie vor, wie die "Schweizerischen Bienenzeitung" jüngst berichtete.

swissinfo und Christine Wanner, sda

In Kürze

Die Wespen, genau die Echten Wespen (Vespinae), sind eine Unterfamilie der Faltenwespen (Vespidae) mit weltweit 61 Arten.

In Mitteleuropa kommen elf Arten der Echten Wespe vor, darunter auch die Hornisse.

Die erwachsenen Echten Wespen fressen überwiegend Nektar, Pollen und Pflanzensäfte. Die Larven der Echten Wespen werden hauptsächlich mit Fleisch von toten oder erbeuteten Tieren gefüttert.

Wespennester bestehen aus einer papierartigen Masse. Ausgangsmaterial für den Nestbau ist morsches, trockenes Holz, das zu Kügelchen zerkaut wird.

Die meisten Echten Wespen sind staatenbildend. Dabei kann die Zahl der Nestinsassen je nach Unterart von einigen Hundert bis zu 7000 betragen.

Wespen stechen und der Stachel hat – im Gegensatz zur Biene - keine Widerhaken. Deshalb können sie beliebig oft zustechen und dabei ihr Gift einspritzen.

Bei einem Stich werden so genannte Alarmpheromone freigesetzt, die wiederum weitere Tiere anlocken und zum Stich animieren. Das Gift führt beim Menschen zu einer allergischen Reaktion.

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