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Tui baut Feriendorf in der Toskana (AF)

HANNOVER (awp international) - Ein Dorf in den sanften Hügeln der Toskana, eine Kirche, eine Burg, ein Golfplatz, Wein und Gemüse aus eigenem Anbau: So soll das neue, exklusive Ferienparadies der Tui aussehen. Nach jahrelanger Planungszeit gab der grösste europäische Reisekonzern jetzt den Startschuss für den Bau. Der Konzern will damit auch angesichts immer wieder schwankender Ergebnisse bei Pauschalreisen neue Wege beschreiten. "Mit diesem Projekt schlagen wir ein neues Kapitel von TUI Hotels & Resorts auf", sagt Tui-Chef Michael Frenzel.
Die Wohnungen und Ferienhäuser sollen zum Teil verkauft und die Hotels auch an andere Betreiber vergeben werden. Sie sollen nicht hauptsächlich nur den Gästen des Reiseveranstalters vorbehalten sein. "Wir werden damit Projektentwickler", sagt Tui-Sprecher Uwe Kattwinkel. Alle Immobilien werden international vermarktet. "Wir wollen kein deutsches Dorf daraus machen", so Kattwinkel.
Bereits 2007 hatte Tui das Areal zwischen Florenz, Siena und Pisa gekauft, das etwa sechsmal so gross ist wie Monaco. Gerade mal zwei Personen wohnten damals noch in dem alten Dorfkern. Die verfallenen 26 Bauernhäuser werden nun rekonstruiert, ausgebaut und in luxuriöse Landhäuser verwandelt. In den Gemäuern einer alten Tabakfabrik soll 2012 das erste Hotel eröffnet werden, zwei weitere kommen später hinzu. Ein 18-Loch-Golfplatz wurde bereits fertiggestellt.
Auf der mittelalterlichen Burg soll ein exklusives Restaurant eröffnen, dort sollen zudem rund 50 Ferienimmobilien verkauft werden. Es gibt ein Blockkraftwerk zur Energieerzeugung, das lokale Biomasse verarbeitet. Die Wasserversorgung kommt aus eigenen Brunnen. Die Landwirtschaft soll erhalten bleiben, der Anbau von Wein und Oliven soll weitergehen.
Rund 250 Millionen Euro will Tui vorerst in "Tenuta di Castelfalfi" investieren. Eigentlich hatte das Projekt schon 2009 eröffnet werden sollen. Aber Genehmigungsprozess zog sich hin. Dann kam auch die Wirtschaftskrise dazu und die Tui hatte andere Sorgen - unter anderem mit der Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd. Die Containerreederei geriet mit dem notleidenden Welthandel ins Trudeln - der Konzern in Hannover musste dem Ableger beispringen. Bis spätestens Ende des Jahres aber wird Hapag-Lloyd bei Tui Geschichte sein - der Anteil steht zum Verkauf.
Jetzt will Tui im Reisesektor expandieren - auch im lukrativen Geschäft mit Hotels und Ferienresorts. Der Pauschalreisemarkt in Westeuropa gilt als weitgehend ausgeschöpft. Hotels aber verdienen auch an Einzelbuchungen und profitieren von weiteren Einkünften - in Bar und Restaurant, bei Ausflügen und Sportangeboten./emt/DP/tw

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