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(neu: Aussagen aus Hauptversammlung, Hapag-Lloyd-Börsengang, Aktienkurs)
HANNOVER (awp international) - Europas grösster Reisekonzern Tui geht beim Konzernumbau in eine neue Runde. "Mit dem Ausstieg aus der Schifffahrt bietet sich uns die Chance zum Ausbau wie zur Optimierung der touristischen Strukturen", sagte Vorstandschef Michael Frenzel am Mittwoch bei der Hauptversammlung in Hannover. "Dies wird eine der Hauptaufgaben der nächsten Monate sein." Die Container-Reederei Hapag-Lloyd will der Vorstand möglicherweise noch vor Jahresmitte an die Börse bringen. Im abgelaufenen Geschäftsquartal bis Ende Dezember trug die Reederei dazu bei, dass Tui den Verlust unter dem Strich überraschend auf 46 Millionen Euro halbieren konnte.
Die Tui-Aktie reagierte zunächst mit einem Kurssprung um fast drei Prozent auf die Nachrichten. Um die Mittagszeit lag sie noch mit 0,53 Prozent auf 10,50 Euro im Plus. Die Papiere von Tui Travel hingegen rutschten ins Minus. Das Unternehmen gehört zu 55 Prozent zur deutschen Tui AG und umfasst das Veranstaltergeschäft des Konzerns. Seit Jahren wird spekuliert, ob Tui die wichtigste Tochter komplett übernehmen will. Frenzel nahm dazu zunächst nicht Stellung.
BÖRSENGANG FÜR HAPAG-LLOYD
Voraussetzung für grosse Investitionen ist in jedem Fall die Trennung von Hapag-Lloyd. Tui will die Restbeteiligung von 49,8 Prozent noch in diesem Jahr an die Börse bringen. "Das Zeitfenster dafür ist aktuell günstig", sagte Frenzel. Finanzvorstand Horst Baier erwartet eine Entscheidung im zweiten Quartal. Auch ein Verkauf an Investoren ist den Aussagen zufolge weiterhin möglich. Erwartet wird ein Milliardenerlös. Wenn Hapag-Lloyd auch die erhaltenen Kredite zurückzahlt, könnte sich Tui der eigenen Schulden von zuletzt 3,1 Milliarden Euro entledigen.
In der Touristik hat das Management bereits weitere Umstrukturierungen in Grossbritannien und Deutschland angestossen. Damit sollen die Kosten des Unternehmens gesenkt und die Gewinnspannen erhöht werden. In der Vergangenheit hatte Tui die Konzernstruktur bereits mehrfach geändert, etwa durch den Einstieg in die Container-Schifffahrt und durch die Fusion des Veranstaltergeschäfts mit dem Mitbewerber First Choice zu Tui Travel.
WENIGER VERLUST ZUM WINTER-START
Unterdessen startete Tui mit einem verringerten Verlust in das neue Geschäftsjahr. Unter dem Strich halbierte sich das saisontypische Minus im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember auf 46 Millionen Euro. Damit schnitt Tui deutlich besser ab, als von Analysten erwartet. Wegen der Unruhen in Ägypten und Tunesien stehen jedoch neue Belastungen ins Haus. Die Reisen in beide Länder sind weitgehend eingestellt, ausserdem musste Tui Urlauber vorzeitig in die Heimat zurückholen. Für Januar bis März rechnet das Management deshalb mit einer Belastung von 31 bis 37 Millionen Euro. Der Grossteil der Einbussen entfällt auf die Veranstaltersparte. Tui besitzt allerdings auch einen Robinson Club am Roten Meer und ist mit zehn Riu-Hotels in Tunesien vertreten.
Dennoch hielt Frenzel an den Zielen für das laufende Geschäftsjahr fest. Das Konzernergebnis, in das auch die Anteile der Minderheitsaktionäre von Tui Travel eingehen, soll weiterhin positiv ausfallen.
REISESPARTE LEGT ZU
Im Kerngeschäft mit Flügen, Hotels und Kreuzfahrten schnitt Tui zwischen Oktober und Dezember deutlich besser ab als ein Jahr zuvor. Der Konzernumsatz kletterte dank höherer Preise und stärkerer Nachfrage um elf Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Rechnet man Sondereffekte etwa für Umstrukturierungen in Grossbritannien heraus, reduzierte sich der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Unternehmenswerte (EBITA) um gut ein Viertel auf 132 Millionen Euro.
Zu der Verbesserung trugen vor allem Umstrukturierungen bei Tui Travel bei. Auch die Kreuzfahrtsparte und die eigenen Hotels lieferten verbesserte Ergebnisse ab. Reiseveranstalter schreiben im Winter in der Regel rote Zahlen, weil sie in dieser Zeit ihre Kosten nicht decken können. Ihren Gewinn fahren sie in der Hauptreisezeit im Sommer ein. Das Containergeschäft folgt anderen Gesetzen. Hapag-Lloyd steigerte den Umsatz um gut ein Drittel auf 1,5 Milliarden Euro. Unter dem Strich trug das Unternehmen zum Tui-Gewinn 18 Millionen Euro bei./stw/stb/wiz
--- Von Steffen Weyer, dpa-AFX ---

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