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UBS übernimmt amerikanische PaineWebber

PaineWebber soll in die UBS Warburg integriert werden. swissinfo.ch

Der Finanzkonzern UBS geht in die Offensive. Für umgerechnet rund 18 Milliarden Franken übernimmt die Grossbank die US-Finanzgruppe PaineWebber. Analysten bezeichneten den Deal als sinnvoll. Trotzdem reagierte die Schweizer Börse unwirsch.

Dieser Inhalt wurde am 12. Juli 2000 - 10:31 publiziert

Die Übernahme stärkt die Marktstellung der UBS in den USA, wie der Finanzkonzern am Mittwoch (12.07.) mitteilte. Die Fusion der beiden Konzerne führt eine der grössten amerikanischen Privatkunden-Banken mit der weltweit grössten Privatbank zusammen.

Die USA sind der grösste und am schnellsten wachsende Vermögensverwaltungs-Markt der Welt.

Die angekündigte Fusion soll je zur Hälfte in bar und in Aktien bezahlt werden. Es handelt sich um den grössten Deal der UBS seit der Fusion von Bankgesellschaft und Bankverein zur UBS AG 1998.

UBS offeriert pro PaineWebber-Aktie 73,50 Dollar. Der Preis liegt 47 Prozent über dem Schlusskurs vom Dienstag. Analysten der Zürcher Kantonalbank bezeichneten diesen als "nicht gerade billig, jedoch akzeptabel".

Er entspreche den in letzter Zeit bezahlten Übernahmepreisen. Pro PaineWebber-Aktie werden 0,4954 UBS-Aktien geboten. Die Fusion wird vom Verwaltungsrat der US-Bank empfohlen und von ihren grössten Aktionären, General Electric und Yasuda Mutual Life, unterstützt.

Die beiden Firmen halten gemeinsam rund 30 Prozent der PaineWebber-Aktien. Die Aktionäre sollen ab 2001 von höheren Gewinnen profitieren. Es wird mit jährlichen Einsparungen von 425 Mio. Dollar vor Steuern gerechnet. Die Restrukturierungskosten werden auf 400 Mio.Dollar
veranschlagt.

Der Zusammenschluss muss von den Aktionären und den zuständigen Kartellbehörden genehmigt werden. Der Abschluss der Transaktion wird für kommenden November erwartet. Die UBS-Aktionäre sollen ihr Ja-Wort an einer ausserordentlichen Generalversammlung geben und gleichzeitig die Ausgabe neuer Aktien bewilligen.

UBS-Konzerchef Marcel Ospel bezeichnete die Fusion gemäss Mitteilung als grossartige Neuigkeit für Kunden, Angestellte und Aktionäre beider Firmen. Mit der Fusion entstehe eine globale Investment-Service-Firma, in der die internationale Reichweite und Produktepalette der UBS mit PaineWebbers führender Position im US-Markt zusammenspielten.

Donald B. Marron, Konzernchef von PaineWebber, zeigte sich überzeugt, dass dies der "richtige Zusammenschluss mit dem richtigen Partner zur richtigen Zeit" sei.

PaineWebber wird in UBS Warburg integriert

PaineWebber soll vollständig in die Investmentbank UBS Warburg integriert werden. In den USA wird die als Broker-Haus und Investment-Bank bezeichnete Gesellschaft weiterhin unter ihrem alten Namen auftreten.

PaineWebber verwaltet als viertgrösster Broker der USA Kundengelder in der Höhe von 452 Mrd. Dollar, zählt 2,7 Mio. Einzelkunden und bietet 73 eigene Anlagefonds an. Der Konzern beschäftigt rund 20'000 Angestellte, darunter mehr als 8'500 Brokers. Die UBS verwaltete Ende 1999 Vermögen im Wert von 1,744 Billionen Franken und beschäftigt weltweit rund 49'000 Leute.

Finanzanalysten begeistert

Finanzanalysten in aller Welt haben sich am Mittwoch von der Übernahme des amerikanischen Brokerhauses PaineWebber durch den Schweizer Grossbankkonzern begeistert gezeigt. Überraschung herrschte über das Tempo, das die UBS kurz nach ihrer Kotierung an der New Yorker Börse im amerikanischen Markt vorlegt.

Analysten in Zürich, Frankfurt, London und New York hoben hervor, dass die Übernahme von PaineWebber für die UBS strategisch äusserst sinnvoll sei. "Es ist ein exzellenter Schachzug", hiess es etwa. Es sei eine gute Akquisition für die UBS-Bereiche Private Banking und Vermögensverwaltung. Der Preis von umgerechnet 18 Milliarden Franken, den die UBS für PaineWebber zahlen will, als "fair, aber nicht zu generös" bewertet. Dessen Finanzierung dürfte im Urteil der Analysten für die UBS kein Problem sein.

UBS-Aktie nach Handelsbeginn im Aufwind

Die Aktien des Finanzkonzerns UBS haben einen Tag nach Bekanntgabe der Übernahme der New Yorker Finanzgruppe PaineWebber Aufwind verspürt. Eine Stunde nach Handelsgewinn lagen die UBS-Papiere am Donnerstagmorgen an der Schweizer Börse verglichen mit dem Schlusskurs vom Mittwoch knapp 2,5 Prozent im Plus. Eine Aktie kostete 229,50 Franken, am (gestrigen) Mittwoch waren sie mit 224 Franken aus dem Handel gegangen.

swissinfo und Agenturen

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