Navigation

ÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 09. Dezember 2009 - 17:40 publiziert

Bern (awp/sda) - Mittwoch, 9. Dezember 2009
ERNEUT MEHR ARBEITSLOSE: Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz ist im November erneut gestiegen. Die Arbeitslosenquote kletterte von 4,0 auf 4,2 Prozent. Das ist nicht nur auf die Wirtschaftskrise, sondern auch auf saisonale Effekte zurückzuführen. "Die Zahlen sind aber besser als erwartet", sagte Serge Gaillard, Leiter der Direktion für Arbeit beim Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), zu den publizierten Daten. Die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit sei weniger stark gesteigen als noch im ersten Halbjahr 2009. Entwarnung könne man aber noch nicht geben. Insgesamt 163'950 Arbeitslose registrierten die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) Ende November. Das sind 5812 mehr als im Vormonat. Bereits im Oktober war die Arbeitslosenquote von 3,9 auf 4,0 Prozent gestiegen. Mit 4,2 Prozent erreichte die Quote nun den höchsten Stand seit fast sechs Jahren.
FUSIONIERTE SOLARZULIEFERER: In der Schweiz entsteht ein schlagkräftiger Zulieferer für die Solarindustrie: Die Unternehmen Meyer Burger und 3S Industries wollen fusionieren und künftig einen wesentlichen Teil der Wertschöpfungskette der Branche abdecken. Die Anleger reagierten euphorisch. Das neue Unternehmen wird über 900 Mitarbeiter beschäftigen und jährlich rund 557 Mio. Fr. umsetzen. Die nach Umsatz gesehen fast vier Mal grössere Meyer Burger mit Sitz in Baar stellt vor allem Spezialsägen zur Produktion von Wafern aus Silizium, Saphir und anderen Kristallen her. 3S Industries ist im Berner Seeland angesiedelt und fabriziert Produktionsanlagen zur Herstellung von Solarmodulen.
ZUVERSICHTLICHE EXPERTEN: Die Wirtschaftsexperten blicken optimistischer in die Zukunft. 21 vom KOF befragte Ökonomen haben im Dezember für das Bruttoinlandprodukt (BIP) vom kommenden Jahr ein Wachstum von 0,8 Prozent prognostiziert. Im September hatten sie noch 0,4 Prozent erwartet. Die Erwartungen für 2010 seien gestiegen, weil sich insbesondere der Aussenhandel positiv entwickeln werde, teilte die Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich mit. Die Exporte sollen demnach um 3,7 Prozent wachsen. Die Investitionen werden stagnieren, nachdem sie im September noch negativ waren (-0,8 Prozent). Dagegen setzt sich die negative Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt gemäss KOF-Mitteilung fort: Die befragten Ökonomen (Consensus Forecast BEC) rechnen 2010 mit einer Arbeitslosenquote von 4,8 (September: 4,9 Prozent).
SCHLUSSSTRICH ERWÜNSCHT: Der Logistikkonzern Panalpina will einen Schlussstrich unter die Korruptionsaffäre in Nigeria ziehen: Das Basler Unternehmen strebt einen Vergleich mit dem US-Justizdepartement an, welches Mitte 2007 wegen Schmiergeldvorwürfen eine Untersuchung eingeleitet hatte. Die Vergleichsverhandlungen mit dem amerikanischen Justizdepartement könnten mehrere Monate in Anspruch nehmen, heisst es. Eingeleitet hatte die US-Behörde die Ermittlungen wegen möglichen Verstössen gegen das Foreign Corrupt Practices Act (FCPA) vor allem in Nigeria. Panalpinas eigene Untersuchungen in enger Zusammenarbeit und Kooperation mit dem US-Justizdepartement stünden kurz vor dem Abschluss, heisst es in der Mitteilung. Während eines Zeitraums von fast drei Jahren seien operative Aktivitäten in verschiedenen Ländern, darunter schwierige Märkte in Westafrika und Zentralasien, eingehend untersucht worden.
MEHR KREBSMEDIKAMENTE: Novartis will das Geschäft mit den Krebsmedikamenten weiter ausbauen. Für die beiden Produkte Zometa und Tasigna rechnet das Pharmaunternehmen noch in diesem Jahr mit Zulassungen in den USA und in der EU. Zometa soll gegen Brustkrebs wirken. Tasigna wird zur Erstlinienbehandlung von chronisch myeloischer Leukämie (CML) eingesetzt, wie das Unternehmen mitteilte. Für das kommende Jahr sind zudem bis zu fünf weitere Zulassungsgesuche auf der Basis noch laufender Phase-III-Tests geplant. Im Onkologie-Bereich (Krebs) umfasst die Produktepipeline derzeit 16 neue Wirkstoffe, wie Novartis weiter mitteilte. Sechs davon befinden sich in zulassungsrelevanten klinischen Testreihen.
TREULOSER ANGESTELLTER: Weiterer Riss im Bankgeheimnis: Bei der Privatbank HSBC (Suisse) mit Hauptsitz in Genf hat ein ehemaliger IT-Angestellter Daten von Kunden gestohlen. Betroffen seien weniger als zehn Kunden, gab die Bank bekannt. Die Diebstähle seien zwischen Ende 2006 und Anfang 2007 vorgekommen, teilte HSBC Private Bank (Suisse) in einem Communiqué zu einem entsprechenden Bericht der französischen Zeitung "Le Parisien" mit. Die Zeitung hatte berichtet, dass die Namen Teil einer Liste von 3000 Franzosen seien, die der Steuerhinterziehung verdächtigt werden. Im August hatte der französische Haushaltsminister Eric Woerth erklärt, diese Liste zu besitzen, deren Herkunft aber im Dunkeln gelassen. Laut Woerth sollen die 3000 Franzosen insgesamt 3 Mrd. Euro allein in der Schweiz angelegt haben. Bezahlt habe die Regierung für diese Liste nichts, hatte der Minister betont.
MEHR FLUGPASSAGIERE: Die Fluggesellschaft Swiss hat im November 3,4 Prozent mehr Passagiere befördert und die Auslastung erhöht. Der Sitzladefaktor erreichte 80,4 Prozent und lag damit um 3,0 Prozentpunkte über dem Vorjahresmonat. Die Zahl der Passagiere erreichte rund 1,11 Millionen, wie die Swiss mitteilte. Während die Lufthansa-Tochter in Europa wieder 3,4 Prozent mehr Flüge durchführte, senkte sie die Zahl der Interkontinentalflüge um deutliche 9,5 Prozent. Insgesamt führte die Swiss 11'446 Flüge durch (+1,9%)
GEGEN ABGELTUNGSSTEUERMODELL: Das von der Schweizerischen Bankiervereinigung propagierte Abgeltungssteuermodell ist für den Liechtensteiner Erbprinzen Alois keine Lösung für das Problem der Steuerhinterziehung. Er fordert internationale Standards und sieht sein Land in der Vorreiterrolle. Das Abgeltungssteuermodell nach den Vorstellungen der Schweizerischen Bankiervereinigung könne eine Zwischenlösung sein, werde sich aber international kaum durchsetzen, sagte der Erbprinz in einem Interview mit der "Handelszeitung". Mit einigen Ländern könne mit diesem Modell vielleicht eine Eingung erzielt werden, andere lehnten es ab. Der Erbprinz verwies auf Erfahrungen mit Grossbritannien, das mit Liechtenstein ein Abkommen über die Legalisierung von Schwarzgeld britischer Bürgerinnen und Bürger mit Vermögen im Fürstentum getroffen hat. "Im Falle von Grossbritannien gab es keine Bereitschaft, sich mit einer Abgeltungssteuer zufriedenzugeben", sagte Alois.
SONDERSTEUER FÜR BONI: Banken in Grossbritannien sollen für Boni an ihre Angestellten eine Sondersteuer zahlen. Mit dem Geld will der Staat den Arbeitsmarkt wieder in Schwung bringen. Die Sondersteuer gelte "für alle Banken im Vereinigten Königreich" bis zum 5. April 2010, sagte Finanzminister Alistair Darling bei der Vorlage des Zwischen-Haushaltes im Unterhaus in London. Boni von über 25'000 Pfund (rund 41'800 Franken) werden demnach mit einer einmaligen Steuer von 50 Prozent belegt. Der britische Staat verspreche sich durch die Sonderabgabe Einnahmen von bis zu 550 Mio. Pfund, womit unter anderem Arbeitslose wieder in die Beschäftigung gebracht werden sollen.
EASYJET MIT NEUEM CHEF: Der Billigflieger EasyJet bekommt im nächsten Sommer einen neuen Chef. Andy Harrison wolle die Firma verlassen, um sich neuen Herausforderungen zu stellen, teilte Easyjet mit. Harrison wird noch bis 30. Juni 2010 im Amt bleiben. Die Fluggesellschaft wird auch einen neuen Chairman bekommen. Michael Rake werde David Michels am 1. Januar 2010 in dieser Position nachfolgen, kündigte die Firma an. Hintergrund des Führungswechsels dürfte ein andauernder Streit im Führungsgremium der Firma mit Gründer Stelios Haji-Iannou sein. "Fünf der acht wichtigsten Manager von Easyjet sind nun in den vergangenen zwölf Monaten gegangen", sagte Analyst Douglas McNeill von Astaire Securities.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?