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Um was geht es im Sudan?

Mit der Freilassung seines Erzfeindes Hassan el Turabi Mitte Oktober hat der sudanesische Präsident Omar el Baschir unter Beweis gestellt, dass er den Islamlistenführer nicht mehr als ernsthafte Bedrohung ansieht.

Tatsächlich sitzt die sudanesische Regierung so fest im Sattel wie schon lange nicht mehr.

Der von den USA, Grossbritannien, Norwegen, der Schweiz und mehreren afrikanischen Staaten unterstützte Friedensprozess hat El Baschirs Regime international aus der Isolation geführt.

Einige Streitpunkte - darunter die Machtverteilung zwischen den Politikern des Nordens und den Rebellenführern der SPLA - sind zwar noch nicht gelöst. Trotzdem stehen die Chancen gut, dass die Bürgerkriegsparteien in den nächsten Wochen ein umfassendes Friedensabkommen unterzeichnen werden.

Im selben Boot mit der Opposition

"Die Freilassung El Turabis zeigt, dass die Regierung jetzt, wo der Frieden nahe scheint, auch die Opposition im Norden ins Boot holen will, allerdings zu ihren eigenen Bedingungen", meint ein südsudanesischer Beobachter in Kairo.

Nach einigen anderen Oppositionsgruppen hatte auch El Turabis Volkskongress-Partei (PCP) vor einigen Tagen erklärt, sie sei bereit zu einem Dialog mit der Regierung, wenn ihr Führer aus seinem Hausarrest in Khartum entlassen werde.

El Turabi ist der einstige Chefideologe des Regimes von General Omar el Baschir. Er hat bereits klar gemacht, dass er sich nicht mit einer Rolle im Hintergrund begnügen will.

Gute Beziehungen zu Washington

El Baschirs Bruch mit dem islamischen Fundamentalisten el Turabi hatte 2001 den Weg zu einer Normalisierung der Beziehungen zwischen Khartoum und Washington geführt. Zwar steht der Sudan bis heute auf der US-Liste der Staaten, die den Terrorismus fördern. Doch El Baschir lobt die US-Bemühungen um eine Friedenslösung.

Washington hatte im sudanesischen Bürgerkrieg, der rund zwei Millionen Opfer gefordert hat, stets der SPLA näher gestanden. Die Rebellen wehren sich gegen von Khartum verordnete Arabisierung und Islamisierung des christlich-animistischen, afrikanisch geprägten Südens.

Europäische Beobachter der Friedensverhandlungen sind allerdings der Überzeugung, dass es in dem Konflikt gerade in den vergangenen drei Jahren zunehmend um die Verteilung der Rohstoffe ging, besonders seit der Entdeckung neuer Ölvorkommen im Sudan.

swissinfo und Agenturen

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