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MAILAND (awp international) - Die italienische Grossbank Unicredit kommt auch unter neuer Führung kaum voran. Das Institut musste nach eigenen Angaben vom Mittwoch im vergangenen Jahr einen Gewinnrückgang von gut 22 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro hinnehmen. Grund dafür waren vor allem ein schwaches Privatkundengeschäft und eine hohe Abschreibung auf Geschäftsaktivitäten in Kasachstan. Als Stütze erwies sich hingegen die deutsche Tochter HypoVereinbsbank (HVB), bei der grosse Teile des Investmentbankings gebündelt sind. Sie konnte den Überschuss auf 1,7 Milliarden Euro fast verdoppeln.
Im September hatte die Unicredit überraschend Vorstandschef Alessandro Profumo gefeuert. Er stand massiv in der Kritik, weil er in der Finanzkrise sich Libyen als Ankeraktionär ins Boot geholt hatte. Das Land hält über einen Staatsfonds und die Zentralbank mehr als 7,6 Prozent der Anteile an der Bank. Inzwischen sind die Stimmrechte aber angesichts der Entwicklung in Libyen eingefroren. Auch Dividenden bekommt das Gaddafi-Land derzeit nicht.
Nachfolger Federico Ghizzoni gelang noch keine Trendwende. Im vierten Quartal lag der Überschuss mit 321 Millionen Euro gut 13 Prozent unter dem Vorjahreswert und auch etwas unter dem der dritten Jahresviertels. Damit schnitt das Haus schwächer ab als von Analysten bereits erwartet. Trotzdem legte die Aktie am Mittwochvormittag deutlich zu.
Die Dividende soll mit 3 Cent je Aktie stabil auf niedrigem Niveau bleiben. Zumindest die Rücklagen für Kreditausfälle gingen um 18,2 Prozent auf rund 6,9 Milliarden Euro zurück. Die Kernkapitalquote (Tier 1) lag mit 8,58 Prozent Ende Dezember leicht über dem Wert von vor einem Jahr, aber 0,03 Prozentpunkte niedriger als Ende September. Der Zinsüberschuss sank wegen der niedrigen Zinsen um 9,3 Prozent auf 16,4 Milliarden Euro.
enl/zb/tw

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