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(Neu: Angaben zu einzelnen Sparten)
MAILAND (awp international) - Die italienische Grossbank Unicredit kommt auch unter neuer Führung kaum voran. Das Institut musste nach eigenen Angaben vom Mittwoch im vergangenen Jahr einen Gewinnrückgang von gut 22 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro hinnehmen. Grund dafür waren vor allem ein schwaches Privatkundengeschäft und eine hohe Abschreibung auf das Geschäft in Kasachstan. Als Stütze erwies sich hingegen die deutsche Tochter HypoVereinbsbank (HVB), bei der grosse Teile des Investmentbankings gebündelt sind. Sie konnte den Überschuss auf 1,7 Milliarden Euro fast verdoppeln.
Im September hatte die Unicredit überraschend Vorstandschef Alessandro Profumo gefeuert. Er stand massiv in der Kritik, weil er in der Finanzkrise sich Libyen als Ankeraktionär ins Boot geholt hatte. Das Land hält über einen Staatsfonds und die Zentralbank mehr als 7,6 Prozent der Anteile an der Bank. Inzwischen sind die Stimmrechte aber angesichts der Entwicklung in Libyen eingefroren. Auch Dividenden bekommt das Gaddafi-Land derzeit nicht.
Nachfolger Federico Ghizzoni gelang noch keine Trendwende. Im vierten Quartal lag der Überschuss mit 321 Millionen Euro gut 13 Prozent unter dem Vorjahreswert und auch etwas unter dem der dritten Jahresviertels. Damit schnitt das Haus schwächer ab als von Analysten bereits erwartet. Trotzdem legte die Aktie am Mittwoch deutlich zu.
Im Privatkundengeschäft halbierte sich 2010 der Vorsteuergewinn. Das lag vor allem am enttäuschenden Geschäft in Italien. Im Laufe des Jahres will Vorstandschef Ghizzoni eine neue Strategie vorlegen, mit der er das Ruder herumreissen will. Vorgänger Profumo hatte das Filialnetz ausdünnen und Macht von den Regionen auf die Zentrale übertragen wollen. Unicredit war in den 1990er Jahren aus mehreren Sparkassen entstanden. In der Finanzkrise belastete vor allem das Osteuropa-Geschäft. Anders als andere Banken rutschte Unicredit aber nicht in die roten Zahlen.
Die Abschreibung von 362 Millionen Euro auf die kasachische Bank ATF belastete 2010 das Ergebnis der Tochter Bank Austria, deren Überschuss um rund ein Drittel auf 747 Millionen Euro sank. Beim Wiener Institut hat Unicredit seine Osteuropa-Aktivitäten gebündelt. Die Italiener hatten ATF 2007 auf dem Höhepunkt des Kreditbooms für 2,1 Milliarden US-Dollar gekauft. Inzwischen haben sie mehr als eine halbe Millionen Euro auf dieses Investment angeschrieben.
Dagegen legte der Vorsteuergewinn des Investmentbankings um 28 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zu. Allerdings schwächte sich der Aufwärtstrends von Quartal zu Quartal ab. Verdiente der Bereich im ersten Jahresviertel noch 881 Millionen Euro, waren es im Schlussquartal nur noch 322 Millionen Euro. Der Zinsüberschuss sank wegen der niedrigen Zinsen um 9,3 Prozent auf 16,4 Milliarden Euro.
Die Dividende soll mit 3 Cent je Aktie stabil auf niedrigem Niveau bleiben. Die Rücklagen für Kreditausfälle gingen um 18,2 Prozent auf rund 6,9 Milliarden Euro zurück. Die Kernkapitalquote (Tier 1) lag mit 8,58 Prozent Ende Dezember leicht über dem Wert von vor einem Jahr, aber 0,03 Prozentpunkte niedriger als Ende September./enl/zb/tw

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