Unparteiische Hilfe nötig

Direktor Walter Fust erläutert an der Medien-Konferenz Ziele und Aussichten der DEZA. Keystone

Das humanitäre Engagement der Schweiz wird durch den UNO-Beitritt glaubwürdiger, hiess es an der Jahrestagung der Humanitären Hilfe.

Dieser Inhalt wurde am 08. März 2002 - 18:32 publiziert

Als UNO-Mitglied könne sich die Schweiz wirkungsvoller dafür einsetzen, dass wichtige Prinzipien der humanitären Hilfe wie der unparteiische Einsatz für die Opfer von Kriegen und Katastrophen nicht in den Hintergrund geraten, erklärte Direktor Walter Fust auf der Jahrestagung der DEZA am Freitag in Montreux. Dies sei umso wichtiger, als die Tendenz der Politisierung der Hilfe immer mehr um sich greife.

Vorteile dank UNO-Beitritt

Als Mitglied der UNO stünden der Schweiz eine Fülle von Plattformen zur Verfügung, wo sie die Einhaltung humanitärer Grundsätze bei der Hilfegewährung besser einfordern könne, sagte der DEZA-Chef. Die Weiterentwicklung des humanitären Völkerrechts, für das sich die Schweiz immer eingesetzt habe, werde in Zukunft stärker im Rahmen der UNO erfolgen.

Als Beispiel für den unparteiischen Einsatz der Schweiz nannte der DEZA-Delegierte für Humanitäre Hilfe, Toni Frisch, die Hilfe für Kriegsopfer in Serbien, die im europäischen Ausland teilweise kritisiert wurde. "Für uns bleiben unabhängig von aussenpolitischen Interessen die Bedürfnisse der Opfer ausschlaggebend", betonte Frisch.

CNN-Syndrom

Die DEZA sei zudem bestrebt, "nicht dem CNN-Syndrom zu verfallen" und auch in Regionen zu helfen, auf die sich gerade nicht das Interesse der internationalen Medien fokussiere. So wie die DEZA sich jetzt im vergessenen Bürgerkriegsland Sudan für die Menschen engagiere, werde sie auch in ein paar Jahren noch in Afghanistan präsent sein, sagte Fust.

In den vergangenen Jahren sei auch die Gefahr gewachsen, dass Konfliktparteien internationale Hilfe zu ihrem Vorteil einzusetzen versuchen, betonte Fust. Als weiteres Problem für die Helfer nannte er die zunehmende Privatisierung von Gewalt durch bewaffnete Gruppen wie Drogenbarone oder Schmugglerbanden.

250 Mio. Franken pro Jahr

Um Korruption und Zweckentfremdung internationaler Hilfe wirkungsvoller zu begegnen, sucht ein Büro der DEZA jetzt in Zusammenarbeit mit der UNO nach Möglichkeiten, dem Problem besser entgegenzuwirken.

Pro Jahr gibt die DEZA 250 Mio. Franken für humanitäre Hilfe, früher Katastrophenhilfe genannt, aus. Dazu gehört Soforthilfe nach Erdbeben oder Dürren ebenso wie der Wiederaufbau nach Kriegen oder der Einsatz für die Belange vergessener Flüchtlinge auf dem internationalen Parkett.

swissinfo und Agenturen

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