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Unternehmen wollen ihre Bergier-Akten zurück

Die Bergier-Kommission kritisierte den Rückgabe-Entscheid des Bundesrates und wollte die Aktenkopien an neutraler Stelle zentral archivieren.

(Keystone Archive)

Über 30 Unternehmen wollen die Aktenkopien, welche die Bergier-Kommission anfertigte, zurück haben.

Bis zum Eingabetermin Ende März seien über 30 Rückgabe-Anträge beim Bundesarchiv in Bern eingetroffen, erklärte Guido Koller, Sprecher des Bundesarchivs, am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Dies entspricht etwa einem Drittel der betroffenen Unternehmen.

Die Bergier-Kommission hatte für ihre Forschungsarbeiten über die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg in Archiven von etwa 100 Privatunternehmen und Verbänden rund 130'000 Kopien von Akten angefertigt. Die Regierung hatte letzten Juli entschieden, dass die betroffenen Unternehmen diese Aktenkopien zurückfordern können.

Die Grossen meldeten sich

Unter den Unternehmen, welche die Aktenkopien zurückhaben wollen, befinden sich laut Koller die grossen Firmen, die von der Unabhängigen Expertenkommission schwerpunktmässig untersucht worden waren. Namen gab er keine bekannt.

Die Rückgabe soll gemäss Koller bis Ende 2003 abgeschlossen sein.

Kritik der Bergier-Kommission

Mit dem Entscheid, den betroffenen Unternehmen ein Rückforderungs-Recht für die Kopien ihrer Akten zu gewähren, war der Bundesrat der Wirtschaft entgegen gekommen. Mehrere Unternehmen befürchteten eine widerrechtliche Verwendung dieser Kopien.

Der Bundesrat forderte die Unternehmen auf, die Kopien aufzubewahren und zu gewährleisten, dass sie zu wissenschaftlichen Zwecken genutzt werden können.

Die Bergier-Kommission hatte den Rückgabe-Entscheid des Bundesrates kritisiert. Die Experten waren für eine zentrale Archivierung dieser Kopien an neutraler Stelle. Dies wäre für die spätere Forschung sowie für die Überprüfbarkeit der Bergier-Arbeiten enorm wichtig, betonte die inzwischen aufgelöste Kommission mehrfach.

swissinfo und Agenturen

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