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MADRID (awp international) - Die Reisebranche hat sich unerwartet schnell von der Wirtschaftskrise erholt und weltweit ein Rekordniveau erreicht. Die Zahl der Urlauber in aller Welt stieg trotz Naturkatastrophen und anhaltender Spannungen auf den Finanzmärkten 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 6,7 Prozent auf 935 Millionen. Wie die Welttourismusorganisation (UNWTO) am Montag in Madrid mitteilte, wurde damit nicht nur der Rückgang im Jahr 2009 um vier Prozent wettgemacht, sondern auch die bisherige Höchstmarke aus dem Jahr 2008 deutlich übertroffen.
Für 2011 erwartet die Organisation weltweit eine anhaltende, wenngleich leicht abgeschwächte Zunahme um vier bis fünf Prozent. "Der Tourismus hat bewiesen, dass er ein äusserst widerstandsfähiger Wirtschaftssektor ist", sagte der UNWTO-Generalsekretär Taleb Rifai. Besonders hohe Zuwachsraten erzielten 2010 der Nahe Osten mit 13,9 Prozent, Asien und der Pazifik-Raum (12,6) sowie Südamerika (10,4).
Dagegen stieg in Europa, das mehr als die Hälfte der Touristen in aller Welt anlockt, die Zahl der Urlauber nur um 3,2 Prozent. Die UNWTO führte die schwache Zunahme unter anderem auf die Störungen im Flugverkehr im Frühjahr infolge des Vulkanausbruchs in Island zurück. In Nordeuropa ging die Touristenzahl 2010 sogar um 0,1 Prozent zurück.
Afrika, das als einziger Kontinent auch im Krisenjahr 2009 eine Zunahme der Urlauberzahl verzeichnet hatte, lockte 2010 erneut mehr Touristen an und kam auf ein Plus von 6,4 Prozent. Nach Angaben der UNWTO profitierte der Kontinent dabei auch von der Fussballweltmeisterschaft in Südafrika. Die Organisation zählt als Touristen Reisende, die wenigstens eine Nacht im Ausland verbringen.
Die Einnahmen der Reisebranche stiegen 2010 ebenfalls, allerdings nicht so stark wie die Tourismuszahlen. Eine genau Ziffer nannte die UNWTO in ihrer vorläufigen Jahresbilanz nicht. Die Brasilianer gaben in den Ferien im Ausland 55 Prozent mehr Geld aus als im Vorjahr, Urlauber aus Saudi Arabien 28, aus Russland 26 und aus China 17 Prozent mehr. Bei den deutschen Touristen gab es nach Angaben der Organisation nur ein Plus von zwei Prozent./hk/DP/he

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