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Uran-Munition: Überprüfte Kriegssouvenirs unbedenklich

Uranhaltige Munitionsreste liegen noch heute in Bosnien herum. Sie wurden 1995 von amerikanischen Flugzeugen verschossen.

(Keystone)

Alle in der Schweiz bisher auf Radioaktivität überprüften Kriegssouvenirs aus dem Balkan waren unbedenklich. Das Bundesamt für Gesundheit sucht weiter nach Bewilligungen für Uran-Schiessversuche. Die WHO will ein Untersuchungsteam in den Kosovo entsenden.

Insgesamt 25 Angehörige der Gelbmützen in Bosnien oder der Swisscoy im Kosovo meldeten laut Generalstabs-Sprecher Felix Endrich bis am Freitag (19.01.) ihre Mitbringsel.

Es handle sich vorwiegend um Hülsen und Splitter von Munitionsteilen. 16 der Souvenirs wurden bis am Freitag auf den Waffenplatz Thun gebracht und dort auf radioaktive Strahlung untersucht. Sie enthielten allesamt kein Uran und seien absolut unbedenklich, sagte Endrich. Noch ausstehend sei die Untersuchung von acht weiteren gemeldeten Souvenirs.

Suche nach Bewilligungen

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) sucht unterdessen weiter nach erteilten Bewilligungen für in der Schweiz verübte Schiessversuche mit uranhaltiger Munition. Die Versuche auf dem Werkschiessplatz Ochsenboden in Studen (SZ) lägen über 30 Jahre zurück, weshalb beim Bundesamt keine Dokumente darüber mehr vorhanden seien.

Gefunden wurde jedoch die vom Kanton erteilte Bewilligung für vor 32 Jahren durchgeführte Versuche mit Uran-Munition in einem Schiesskanal in Genf. Laut Sabine Kraut vom BAG wird jetzt abgeklärt, ob noch weitere Bewilligungen erteilt wurden.

Untersuchung in Kosovo

Die Weltgesundheits-Organisation WHO entsendet ein Expertenteam in den Kosovo, um die Gefährdung der Bevölkerung durch Uran-Munition zu untersuchen. Sie kommt damit einer Anfrage des ehemaligen UNO-Verwalters für den Kosovo, Bernard Kouchner, nach.

Das Expertenteam soll Daten darüber sammeln, wie stark die Belastung der Bevölkerung durch abgereichertes Uran, aber auch andere toxische Stoffe ist, wie die WHO am Freitag (19.01.) in Genf mitteilte. Es soll ausserdem Daten über Krebs- und Leukämiefälle sowie andere Erkrankungen überprüfen, die mit der Uran-Munition oder anderen Giftstoffen in Verbindung stehen könnten.

Die WHO ist ausserdem auch vom Irak aufgefordert worden, dort ähnliche Untersuchungen durchzuführen. Im Golfkrieg war von den Alliierten ebenfalls Uran- Munition eingesetzt worden.

swissinfo und Agenturen


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