Uraufführung von Christoph Marthalers "Hotel Angst" in Zürich

Bundesrat Moritz Leuenberger mit Partnerin Gret Loewensberg und Christoph Marthaler, nach der Premiere von 'Hotel Angst'. Keystone

Prominente und weniger Prominente, waren herbeigeeilt, dem lange schon und fast hysterisch herbeigesehnten Zürcher Theaterereignis beizuwohnen: Dem Startschuss zur Ära Marthaler am Donnerstag (21.09.).

Dieser Inhalt wurde am 22. September 2000 - 14:07 publiziert

Die Schweiz bleibt die Schweiz! Kein zweites Land auf der Welt tritt so verstockt an Ort und scheut Öffnung und Wandel wie der Teufel das Weihwasser.

So jedenfalls sieht das Christoph Marthaler, der seit Jahren weitherum gefeierte und in Zürich zusammen mit der Dramaturgin Stefanie Carp und der Bühnenbildnerin Anna Viebrock wie ein Messias empfangene neue Chef am Schauspielhaus.

Bekannte Novität

Und weil die Schweiz eben unverbesserlich die Schweiz bleibt, und weil Marthaler es nicht lassen kann, sein und unser aller kurioses Land mit Sperberaugen auszukundschaften, nimmt es ihm auch niemand übel, wenn er sich in Zürich mit einer Novität einführt, die wir schon kennen und, da er sie meisterhaft beherrscht, zu schätzen wissen: mit einem Schweizer Heimatabend.

"Hotel Angst» heisst der freche, lustige, aber auch nachdenklich stimmende Abend diesmal. Seine Vorgängerprogramme waren etwa "Stägeli uf, Stägeli ab, juhee!" oder "PROHELVETIA".

Bevor das Stück wirklich beginnt, hält der neue Schauspielhaus-Chef eine kurze "Antrittsrede", erklärt, man befinde sich hier auf einer "Baustelle" (wohl in doppeltem Sinne!) und meint verschmitzt, er gebe jetzt keine Inhaltsangabe, "denn wir spielen immer noch die ungekürzte Fassung".

Und die ist nicht kurz, wirkt gelegentlich gar etwas länglich. Doch das sei nur eine kleine Meckerei am Rande, denn die Perfektion, der irritierende Charme und die Mischung aus Traumwandlerei und realitätskritisierendem Pfiff des Dargebotenen vermögen immer wieder zu begeistern.

Politik und Kunst

Die Schweiz war auch anwesend. Die Politik glänzte etwa mit Bundesrat Leuenberger, Nationalrätin Regine Aeppli, Regierungsrat Markus Notter und Stadtpräsident Estermann. Frau Ringier war da und Frau de Weck. Die Expo 02 entsandte ihren Künstlerischen Direktor Martin Heller, der zukünftige Fernseh-Kultur-Chef Iso Camartin grüsste freundlich in die Runde.

Gross war natürlich der Aufmarsch des Kulturvolkes: von Filmemacher Daniel Schmid über Schriftsteller wie Hugo Loetscher, Jürg Laederach und Urs Widmer bis hin zu all den Theaterleuten - Michael Schindhelm, Heinz Spoerrli, Werner Düggelin. Vom Neumarkt kamen Dünsser und Kuckla, und, last but not least sichtete man Gerd Leo Kuck, Marthalers Vorgänger.

Und: Herr Marthaler, Frau Viebrock und Frau Carp mischten sich geschickt mal hier, mal dort unter die Menge.

swissinfo und Agenturen

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