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DETROIT (awp international) - Die Amerikaner haben wieder Lust aufs Auto: Nach dem dramatischen Einbruch im krisengeschüttelten 2009 erwarten die Autokonzerne in diesem Jahr einen Anstieg der Verkäufe in den USA auf bis zu 13,5 Millionen Stück. Das wäre ein fulminanter Zuwachs um etwa 1,9 Millionen Autos. "Die Weltwirtschaft kommt in Schwung", begründete Ford-Chefökonomin Ellen Hughes-Cromwick am Dienstag ihren Optimismus. Experten rechnen damit, dass die hohe Arbeitslosigkeit sinkt und die US-Autofahrer ihr Geld wieder in ihren Traum auf vier Rädern stecken.
Der Aufschwung hat bereits begonnen: Im Dezember rollten so viele Neuwagen vom Hof der Händler wie in keinem anderen Monat des Jahres 2010. Insgesamt schlugen die Konzerne in den USA mehr als 1,1 Millionen Autos los, wie der Marktforscher Autodata am Dienstag ausrechnete. Das ist ein Zuwachs von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Aufs Jahr gesehen erholten sich die Autoverkäufe im gleichen Masse auf 11,6 Millionen. Zum Vergleich: In Deutschland waren die Neuzulassungen nach Auslaufen der Abwrackprämie um 23 Prozent auf 2,9 Millionen eingebrochen.
Besonders die Crossover-Modelle hätten viele neue Fans gefunden, sagte der US-Vertriebschef des Marktführers General Motors, Don Johnson. Unter Crossover versteht GM sportliche Geländewagen wie den Chevrolet Equinox oder den GMC Terrain mit einem vergleichsweise moderaten Spritverbrauch. In Deutschland würden die Autos immer noch als Dickschiffe gelten, in den USA dagegen wirken sie im Vergleich mit wuchtigen Pick-up-Trucks oder gigantischen Strassenkreuzern schon fast zierlich. So wollen die US-Autobauer den wieder steigenden Spritpreisen begegnen.
Auch bei den deutschen Herstellern verkauften sich die Geländewagen im Dezember blendend, allen voran der erst jüngst runderneuerte BMW X3. Insgesamt konnten die Bayern samt ihrer britischen Tochtermarke Mini um 17 Prozent auf 23 600 verkaufte Autos zulegen. Die Käufer hätten Vertrauen in die Zukunft gefasst, stellte Nordamerika-Chef Jim O'Donnell fest. Erzrivale Mercedes samt Schwestermarke Smart konnte gut 22 000 Wagen absetzen, ein Plus von 6 Prozent. "Wir sehen gute Anzeichen dafür, dass die Verkäufe quer durch unsere Modellpalette steigen", sagte Landeschef Ernst Lieb.
Auch im Volkswagen-Konzern herrscht Zuversicht. Insgesamt konnte die Marke VW die Verkäufe zum Jahresende um 17 Prozent auf 23 900 steigern, nicht zuletzt dank der runderneuerten Mittelklasse- Limousine Jetta. Die Konzernschwester Audi legte im gleichen Masse auf gut 10 500 Autos zu und schaffte damit im Gesamtjahr ein neues Rekordergebnis. Vor allem der kleine Geländewagen Q5 kommt bei den Amerikanern gut an.
Und seitdem die Boni an der Wall Street wieder sprudeln, leisten sich die Banker auch wieder einen Porsche . Im Dezember wurde die neueste der VW-Marken 2600 Autos los, ein kräftiges Plus von 21 Prozent.
Die Zuwächse lagen teils deutlich über denen der amerikanischen Konkurrenz. Von den Stückzahlen her liegen GM, Ford und Chrysler aber in unerreichbarer Ferne, genauso wie japanische Schwergewichte à la Toyota , Honda oder Nissan . Auch die südkoreanische Hyundai hat sich in den USA eine grosse Fangemeinde erobert.
Beim US-Marktführer GM stieg der Absatz im letzten Monat des Jahres um knapp 8 Prozent auf 224 200 Wagen. General Motors war nach der überstandenen Insolvenz erst gegen Ende 2010 erfolgreich an die Börse zurückgekehrt. Ford, die Nummer zwei in den Staaten, setzte mit 191 000 Wagen gute 3 Prozent mehr ab als im Vorjahresmonat. Damals gehörte allerdings auch noch Volvo zum Konzern. Wieder einmal waren die Pick-Up-Trucks der F-Serie die meistverkauften Autos in den USA.
Chrysler konnte am stärksten unter den "Grossen Drei" zulegen, nachdem die Insolvenz die Kunden verschreckt hatte. Die Verkäufe des Fiat-Partners stiegen um 16 Prozent auf 100 700 Autos. Das gute Abschneiden war zum überwiegenden Teil dem neuen Jeep Grand Cherokee und den Ram-Trucks geschuldet. Toyota musste dagegen einen Verkaufsrückgang von knapp 6 Prozent auf 177 500 Autos verkraften. Viele Amerikaner haben immer noch die Gruselgeschichten von klemmenden Gaspedalen im Kopf, auch wenn sich die meisten Unfälle mit Toyotas zwischenzeitlich als Fahrfehler herausstellten./das/DP/fn

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