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WASHINGTON (awp international) - Ausgerechnet die gestrenge US-Börsenaufsicht SEC hat ihre eigenen Finanzabschlüsse nicht im Griff. Seitdem die Behörde 2004 erstmals eine eigene Bilanz erstellt hat, mäkelt der US-Rechnungshof fast durchgängig daran herum. Die Bücher seien derart in Unordnung, dass nicht einmal genau ersichtlich sei, wie viele Strafgelder oder Gebühren die SEC eingenommen habe, rügten die staatlichen Prüfer schon vor Wochen.
Wäre ein Unternehmen so schluderig, würde die SEC bestimmt eingreifen, merkte die "New York Times" in ihrer Donnerstagsausgabe süffisant an. Die SEC steht seit der Finanzkrise schwer in der Kritik. Sie hatte weder die Bilanztricksereien bei der zusammengebrochenen Investmentbank Lehman Brothers aufgedeckt noch das milliardenschwere Schneeballsystem von Bernard Madoff enttarnt. Als Entschuldigung führte die SEC stets an, sie habe zu wenig Mittel.
Unter anderem habe der Rechnungshof in seinem vorläufigen Jahresbericht gerügt, dass die SEC die Ausgaben für ihre angemieteten Büroräume um satte 40 Millionen Dollar zu niedrig angesetzt habe, schrieb die Zeitung. Die Prüfer unterstellen der SEC dabei nicht einmal bösen Willen oder werfen ihr gar Bilanzfälschung vor. Sie beklagen allerdings, dass die SEC wenig Anstalten mache, derlei peinliche Patzer zu vermeiden und dass nötige Korrekturen sich hinzögen.
Die Ausführungen des Rechnungshofs kommen in einer Zeit, in der die SEC um ein höheres Budget kämpft. Im vergangenen Jahr hatte die Börsenaufsicht 1,1 Milliarden Dollar zur Verfügung. Mit der von Präsident Barack Obama durchgedrückten Finanzmarktreform wurde ihr eine Verdoppelung in den kommenden fünf Jahren zugesagt - ohne allerdings das nötige Geld auch tatsächlich bereit zu stellen./das/DP/jha

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