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NEW YORK/CHARLOTTE (awp international) - Die Chefs der grössten US-Banken wollen die Kreditkrise abhaken. Das zweite Quartal 2010 hat in ihren Augen die Wende gebracht. Zwar kamen die Milliardengewinne immer noch zum grössten Teil aus den Geschäften mit Anleihen, Rohstoffen oder Aktien. Doch gleichzeitig sprang das über Jahre brachliegende klassische Privat- und Firmenkundengeschäft wieder an. Die Citigroup verdiente unterm Strich 2,7 Milliarden Dollar. Bei der Bank of America waren es 2,8 Milliarden Dollar. JP Morgan, die bereits am Donnerstag ihre Zahlen vorgelegt hatten, schaffte sogar 4,8 Milliarden Dollar.
"Die Kreditqualität hat sich das vierte Quartal in Folge verbessert", sagte Vikram Pandit von der Citigroup am Freitag. "Die Qualität der Kredite hat sich sogar noch schneller verbessert als erwartet", jubelte Brian Moynihan von der Bank of America. Nur Jamie Dimon von JP Morgan wollte noch nicht in das Jubelkonzert einsteigen. Die Abschreibungen und Zahlungsausfälle bei den Konsumentenkrediten gingen zwar zurück, stellte er. Doch sie blieben auf hohem Niveau. Es sei noch zu früh zu sagen, wie die Erholung weitergehe.
Auch die Börsianer trauten dem Frieden nicht. Die Aktie der Citigroup fiel im frühen New Yorker Handel um 3 Prozent. Die Bank of America büsste sogar 6 Prozent ein. Denn trotz des vordergründigen Jubels stellte sie eine milliardenschwere Abschreibung auf ihr Kreditkartengeschäft im dritten Quartal in Aussicht.
Säumige Schuldner hatten die ganze Krise über die US-Banken in Bedrängnis gebracht. Weil viele Menschen arbeitslos geworden waren und Firmen pleite gingen, tröpfelte der Geldstrom nur noch. Die Banken mussten Dutzende Milliarden Dollar an Krediten in den Wind schreiben. Für Amerikaner ist das Leben auf Pump normal, entsprechend gigantisch sind die Ausstände.
Zwar sanken die Ausgaben für faule Kredite im abgelaufenen Quartal, doch das sonst so lukrative Investmentbanking warf weniger ab als zuvor. Nach Einschätzung von Analysten dürfte das auch den übrigen US-Banken so ergangen sein. Die reinen Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley legen kommende Woche ihre Bilanzen vor.
Citigroup musste angesichts der Schwäche beim bisherigen Gewinnbringer sogar einen Einbruch verkraften. Vor einem Jahr hatte sie noch 4,3 Milliarden Dollar verdient. Die Bank of America und JP Morgan konnten dagegen zulegen, ausgehend von 2,4 Milliarden Dollar bei ersterer, 2,7 Milliarden Dollar bei letzterer im Vorjahresquartal.
Während JP Morgan in der Finanzkrise zum Branchenprimus aufstieg, mussten Bank of America und Citigroup mit Staatsgeld gestützt werden. 45 Milliarden Dollar pumpte die US-Regierung in die beiden Institute. An der Citigroup hält der Staat immer noch Anteile. Die Bank of America erholte sich schneller.
Die Citigroup gilt als einer der grossen Verlierer der Finanzkrise und wurde im vergangenen Jahr komplett neu sortiert. Bankchef Pandit trennt sich von Problembereichen. Alleine im zweiten Quartal verkaufte er 38 Milliarden Dollar an Vermögenswerten.
Auch die Bank of America schrumpft sich gesund. Das Institut hatte sich mit der spektakulären Milliardenübernahme der Investmentbank Merrill Lynch Anfang 2009 verhoben. JP Morgan hatte ein glücklicheres Händchen mit seinen Zukäufen: Die Wall-Street-Grösse übernahm die angeschlagene Investmentbank Bear Stearns genauso sowie die zusammengebrochene US-Sparkasse Washington Mutual./das/ang/fn

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