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USA liefern Tessiner Financier Pelossi an Italien aus

Die USA haben den Tessiner Financier Giorgio Pelossi (Bild) an Italien ausgeliefert. Pelossi stand früher in Verbindung mit dem deutschen Waffenhändler Karlheinz Schreiber. Pelossi traf am Dienstag (08.02.) in Mailand ein.

Dieser Inhalt wurde am 08. Februar 2000 - 15:45 publiziert

Die USA haben den Tessiner Financier Giorgio Pelossi (Bild) an Italien ausgeliefert. Der in Chicago festgenomme Pelossi traf am Dienstag (08.02.) in Mailand ein. Die Mailänder Justiz wirft ihm Geldwäscherei vor. Pelossi stand früher in Verbindung mit dem deutschen Waffenhändler und Wahlspender Karlheinz Schreiber.

Mailand wirft dem vor zweieinhalb Wochen aufgrund eines internationalen Haftbefehls der Mailänder Justiz festgenommenen Tessiner vor, Drogengelder der Mafia von der Lombardei in die Schweiz geschleust und über fingierte Gesellschaften und Bankkonten mehr als 27 Millionen Franken gewaschen zu haben.

Diese Gelder sollen aus dem Erlös des Kokain- und Haschischhandels mit Kolumbien und Marokko stammen. Organisiert worden sei der Drogenhandel vom Camorrachef Pasquale Cantore, der heute mit der Justiz kooperiert. Die Untersuchung der Mailänder Staatsanwalt begann im Jahr 1997. Unterdessen wurden bereits 129 Haftbefehle ausgestellt sowie Gelder und Werte von über 120 Milliarden Lire sichergestellt.

Pelossi hatte Ende Januar 2000 im Tessiner Radio gesagt, er habe lediglich fingierte Gesellschaften für seine Kunden gebildet und bei der Gotthardbank Konti eröffnet. Diese hätte die Pflicht gehabt, die Herkunft der Gelder zu überprüfen.

Pelossi ist ehemaliger Geschäftspartner des deutschen Waffenhändlers Karlheinz Schreiber, der als eine der Schlüsselfiguren in der CDU-Spendenaffäre gilt. Er hat sich später mit Schreiber überworfen und macht geltend, Schreiber schulde ihm noch vier Millionen Franken. In Deutschland wird dem Tessiner Steuerhinterziehung, Bestechung, Untreue und Betrug vorgeworfen.

Pelossi war im vergangenen November in der Affäre um mutmassliche Bestechungsgelder bei der Lieferung von deutschen Fuchs-Panzern an Saudi-Arabien in die Schlagzeilen geraten. An einer Pressekonferenz in Lugano hatte er am 17. November Medienberichte zurückgewiesen, wonach er Kronzeuge der Staatsanwaltschaft Augsburg bei den Ermittlungen gegen Schreiber sei.

Er räumte aber ein, der Staatsanwaltschaft drei oder vier Aktenordner mit Bankbelegen und Verträgen ausgehändigt zu haben. Von der Fuchs-Panzer-Affäre will Pelossi nur aus dem Fernsehen erfahren haben. Pelossi hatte bis 1991 die Schreiber-Firma Kensington im Fürstentum Liechtenstein geführt.

SRI und Agenturen

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