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Strenge Sicherheitsvorkehrungen: Die Polizei blockiert die Strasse vor dem Gerichtsgebäude, wo die Verhandlung stattfindet.

KEYSTONE/AP TT News Agency/FREDRIK SANDBERG

(sda-ats)

Geständnis in Stockholm: Der festgenommene Usbeke hat sich zum Terroranschlag in einer Einkaufsstrasse bekannt. Jetzt kommt der Mann in Untersuchungshaft.

Der Mann habe "zugegeben, eine terroristische Tat begangen zu haben und akzeptiert, in Untersuchungshaft genommen zu werden", sagte der Pflichtverteidiger am Dienstag in Stockholm.

Dem Usbeken werden Terrorismus und Mord vorgeworfen. Zum Motiv äusserten sich die Ermittler zunächst nicht. Bis zum 11. Mai müsse Anklage gegen den Mann erhoben werden, teilte das zuständige Gericht in Stockholm mit. In einem Prozess droht eine lebenslange Haftstrafe.

Mit einem gekaperten Lastwagen war der 39-Jährige am Freitagnachmittag in einer zentralen Einkaufsstrasse in eine Menschenmenge und dann in ein Kaufhaus gerast. Bei dem Anschlag waren vier Menschen - ein Engländer, eine Belgierin und zwei Schwedinnen - ums Leben gekommen und 15 verletzt worden.

Nach der Tat war der Usbeke zunächst geflüchtet. Unter anderem mit Hilfe der Bilder von Überwachungskameras waren ihm die Ermittler aber schnell auf die Spur gekommen, hatten ihn aufgegriffen und noch in der Nacht zum Samstag festgenommen. Nach Medienberichten soll er sich bereits nach der Festnahme zu der Terrortat bekannt haben.

Zweiter Verdächtiger

Gegen einen zweiten Verdächtigen, den die Polizei am Sonntag festgenommen hatte, will die Staatsanwaltschaft keinen Haftbefehl beantragen. Der Verdacht gegen den Mann, etwas mit dem Verbrechen zu tun zu haben, sei abgeschwächt, hiess es.

"Der Mann wird jedoch nicht auf freien Fuss gesetzt", hiess es in einer Mitteilung. "Er wird sofort in Gewahrsam genommen, weil es einen früheren Beschluss gibt, dass er ausgewiesen werden soll."

Auch der geständige Usbeke hatte das Land verlassen sollen, nachdem sein Antrag auf Aufenthaltsrecht in Schweden 2016 abgelehnt worden war. Ähnlich wie der Tunesier Anis Amri, der Täter des Weihnachtsmarkt-Attentats von Berlin, war er ausreisepflichtig. Er tauchte aber unter und war für die Polizei nicht auffindbar.

Der Polizei bekannt

Den Ermittlern war der Mann, der nach Berichten schwedischer Medien vierfacher Familienvater und früher in der Baubranche beschäftigt gewesen sein soll, seit dem vergangenen Jahr bekannt.

Nach Angaben der schwedischen Sicherheitspolizei sympathisierte er mit extremistischen Organisationen wie der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Nach schwedischen Medienberichten soll er auf verschiedenen Facebook-Profilen entsprechende Videos und Bilder gepostet und extremistische Inhalte positiv kommentiert haben.

Im Vorfeld der Anhörung am Dienstag hatte der 39-Jährige beantragt, einen neuen Verteidiger zur Seite gestellt zu bekommen. Er wollte ausschliesslich von einem Sunniten vertreten werden. Das Gericht in Stockholm hatte diesen Antrag aber abgelehnt.

Hinter verschlossenen Türen

Der grösste Teil der Anhörung vor dem Haftrichter war am Dienstag hinter verschlossenen Türen vor sich gegangen. Die Richterin gab damit einem Antrag der Staatsanwaltschaft statt. Die Anklagebehörde hatte dies mit den vertraulichen Ermittlungsdetails begründet, die bei der Anhörung zur Sprache kommen würden. Nach einer Stunde durften die Medien den Gerichtssaal wieder betreten.

Vor den Journalisten hatte der Usbeke sein Gesicht zunächst mit seinem Pullover verdeckt, wurde aber aufgefordert, ihn herunterzunehmen. Die Verhandlung fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Im Laufe der Ermittlungen hat die Polizei inzwischen 600 Menschen befragt und zahlreiche Adressen in Stockholm und Umgebung durchsucht. Nach Einschätzung der Ermittler könnten die Untersuchungen ein Jahr dauern.

SDA-ATS

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