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Zürich (awp) - Die Valartis Gruppe hat 2010 einen Gewinneinbruch erlitten. Gestiegene Aufwendungen im Zusammenhang mit der Expansionsstrategie sowie ein negativer Handelserfolg sind die Gründe für das unter den Erwartungen ausgefallene Resultat. Das Institut verzeichnete einen Zufluss neuer Kundengelder, wenngleich deutlich weniger als im Vorjahr. Dem laufenden Geschäftsjahr 2011 blickt das Management insgesamt optimistisch entgegen.
HANDELSGESCHÄFT IM MINUS
Rote Zahlen von knapp 7 Mio CHF nach einem Gewinn von über 77 Mio CHF im 2009 schrieb die Gruppe im Handelsgeschäft. Als Grund dafür nannte CEO Gustav Stenbolt anlässlich der Bilanzmedienkonferenz die EU-Schuldenkrise. Diese habe neben Kursverlusten im Euro zu einer markanten Ausweitung der Risikoprämien im Anleihensektor und in der Folge zu erheblichen Preisabschlägen im Obligationenportfolio der Gruppe geführt. Wegen der Aufwertung des Frankens hätten sich die Fortschritte der ausländischen Töchter im Zins- und Kommissionsgeschäft nicht im gewünschten Ausmass in der Konzernrechnung niedergeschlagen.
Spuren hinterliess der starke Franken auch bei den verwalteten Vermögen. Diese nahmen knapp 2% auf 6,3 Mrd CHF ab, obwohl die Gruppe einen Neugeldzufluss von netto 220 Mio CHF verzeichnete. Dieser Zustrom sei erfreulich, sagte Stenbolt, auch wenn die Bank im Vorjahr noch Neugelder über 1,8 Mrd CHF angezogen habe. Der Zustrom neuer Gelder sei ausschliesslich im Private Banking generiert worden, ergänzte der CEO.
Im Gegensatz zum Handelserfolg erhöhten sich die Nettozinseinnahmen (+93% auf 53,5 Mio CHF) und die Erträge aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (+30% auf 54,7 Mio CHF). Gemäss VR-Präsident Erwin Heri ist dies das Resultat der in den vergangenen zwei Jahren verfolgten Expansionsstrategie. Dadurch habe sich das Bilanzgeschäft der Gruppe kräftig ausgeweitet. Dieser Effekt sei im vergangenen Jahr erstmals richtig zum Tragen gekommen.
KOSTEN GESTIEGEN
Das Total der Erträge belief sich Ende 2010 auf 123 Mio CHF, was knapp 25% weniger als im Vorjahr ist. Dem stand ein um knapp 40% auf 99,5 Mio CHF gestiegener Aufwand gegenüber. Dafür sind gemäss Stenbolt in erster Linie die Akquisition des Kreditkartengeschäftes (vorher Jelmoli Bonus Card) und der Valartis Bank Liechtenstein sowie der Ausbau der Private Banking-Aktivitäten verantwortlich. Angesichts dessen verschlechterte sich die Cost/Income-Ratio auf 81,0% nach 43,9% im 2009.
Unter dem Strich resultierte ein Konzernergebnis von 10,9 Mio CHF. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Einbruch von knapp 83%. Dennoch will die Gruppe einen unveränderte Dividende von 0,50 CHF pro Inhaberaktie zahlen.
Zum Ausblick auf das laufende Jahr machte das Management keine konkreten Angaben. Die Entwicklung des Neugeldzufluss sei im bisherigen Jahresverlauf 2011 positiv gewesen und insgesamt sei er für das Gesamtjahr optimistisch eingestellt, sagte Stenbolt.
ÄNDERUNG IN DER GESCHÄFTSLEITUNG
Die Gruppe habe in den vergangenen Jahren verstärkt in Wachstum investiert. Künftig wolle sie die Investitionen aber etwas zu Gunsten einer Konsolidierung drosseln, ergänzte der CEO. Da sich aufgrund der bisherigen Expansionsstrategie das Profil der Bankengruppe geändert hat, stellt Valartis seine Führung auf eine breitere Basis. So übergibt Gruppen-CEO Gustav Stenbolt die Leitung der Valartis Bank in der Schweiz an Stefan Holzer. Gleichzeitig nimmt Philipp LeibundGut Einsitz in die Geschäftsleitung der Schweizer Bank und ist künftig für das Asset Management verantwortlich. Im Group Executive Board nehmen neu zudem neben dem Gruppen-CEO und -CFO die jeweiligen Leiter der drei Banken (Valarits Schweiz, Austria und Liechtenstein) Einsitz.
Mit dem ausgewiesenen Konzernergebnis blieb Valartis weit hinter den Erwartungen der Zürcher Kantonalbank zurück, die mit einem Gewinn von knapp 24 Mio CHF gerechnet hatte. Die Titel der Bankengruppe reagierten entsprechend negativ. Bis gegen 14.05 Uhr verlieren Valartis knapp 5% auf 24,00 CHF. Der SPI büsst 0,9% ein.
sig/dm

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