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Vergangenheit auf Abruf

Die Schweizerische Landesbibliothek bietet ihren Benutzerinnen und Benutzern neu einen direkteren Weg zu ihrem Angebot.

3,5 Millionen Dokumente zur Schweiz auf 45 Kilometern Regal: Die Schweizerische Landesbibliothek nahm am Montag (26.03.) ihren Betrieb nach zweijährigen Renovations-Arbeiten mit einem erweiterten Angebot wieder auf. Soviel gedruckte Vergangenheit beansprucht Aufmerksamkeit.

"Jede Gesellschaft, die sich mit ihrer Gegenwart und Zukunft beschäftigt, muss auch wissen, wie ihre Vergangenheit aussieht", sagt Peter Kraut, Informationsbeauftragter der Landesbibliothek. Diese hat den Auftrag, so genannte "Helvetica" zu archivieren, damit der Blick zurück in die Vergangenheit gewährleistet ist. "Wir sammeln alles, was mit der Schweiz zusammenhängt, zurück, bis ins 15. Jahrhundert", meint Peter Kraut.

Chance für die Zukunft

Die Zahl der archivierten Dokumente steigt damit kontinuierlich. Das siebenstöckige Tiefenmagazin, das 1997 eröffnet wurde, bietet noch Platz für ein paar Jahre. Ein neues Magazin ist bereits geplant. Für Felix Schneuwly, Generalsekretär der Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen, entspringt das Archivieren dem Bedürfnis, Erfahrungen zu speichern, um für die Zukunft adäquat handeln zu können und die Gegenwart zu verstehen.

Als Beispiel nennt er die Flüchtlingspolitik der Schweiz im zweiten Weltkrieg. "Es ist wichtig, dass Angaben zur damaligen Flüchtlingspolitk hervorgeholt werden können, um die heutige Flüchtlingspolitik zu beurteilen." Scheuwly ermutigt dazu, Archiviertes in heiklen Momenten auch wirklich zu benutzen. Wenn man mit den Informationen umgehen könne, habe die Fülle historischer Dokumentation nichts Belastendes.

Schweizer archivieren gerne

Den Schweizerinnen und Schweizern macht es offenbar Lust, zu archivieren und zu sammeln. Kein Land in Europa hat so viele Museen wie die Schweiz. Gemäss Jean-Christophe Bourquin, zuständig für Kultur im Bundesamt für Statistik, gab es 1999 in der Schweiz 921 Museen. Seit 1950 habe die Zahl konstant zugenommen, sagt Bourquin. Eine besonders starke Zunahme verzeichnet haben die Regionalmuseen.

Bibliotheken, die vergleichbar sind mit der Landesbibliothek, gibt es rund 50. Von den 3,5 Mio. Dokumenten der Nationalbibliothek sind 2,5 Mio. Bücher. Der Rest sind Zeitschriften, Zeitungen und sogenannte graue Literatur, die im Buchhandel nicht erhältlich ist. Dazu gehören Unterlagen wie Amtsmitteilungen, Kantonsschriften und Geschäftsberichte. Auch graphische Dokumente und Musiknoten werden archiviert.

Landesbibliothek neu näher beim Publikum

Die Landesbibliothek bietet ihren Benutzerinnen und Benutzern seit Montag ein grösseres Angebot an frei zugänglichen Medien. Neu gibt es unter anderem einen Zeitschriften-Lesesaal mit rund 800 Zeitschriften und etwa 50 Tageszeitungen, eine Freihandbibliothek Schweiz, 125 modern ausgerüstete Arbeitsplätze, Gruppenarbeitsräume, einen Multimediaraum und einen Ausstellungssaal.

Die Einweihung der renovierten und umgebauten Landesbiliothek findet am Wochenende des 8./9. Juni statt.

Kathrin Boss Brawand


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