Verhaltener Börsenstart der Tamedia

Kein fulminanter Börsenstart für Tamedia. Keystone

Die Zürcher Mediengruppe Tamedia AG ist am Montag (02.10.) verhalten an der Schweizer Börse SWX gestartet. Der Handel setzte genau mit dem zuvor festgelegten Emissionspreis von 260 Franken ein. Später verbesserte sich der Kurs nur wenig auf 261 Franken.

Dieser Inhalt wurde am 02. Oktober 2000 - 18:35 publiziert

Die Tamedia-Aktien stiessen an ihrem ersten Börsentag auf ein beträchtliches Interesse: Insgesamt haben 732'486 Aktien zu einem Gesamtpreis von über 190 Mio. Fr. den Besitzer gewechselt. Bei einem Tageshoch von 264 Franken und einem Tagestief von 259 Franken verzeichnete das Unternehmen aber keine grossen Kursausschläge.

Vergleich mit anderen börsenkotierten Medien-Unternehmen

Mit ihrem Kursgewinn von 0,38 Prozent blieben die Tamedia-Papiere hinter dem Anstieg von 1,89 Prozent des breiten Swiss Performance Index SPI zurück. Von den beiden anderen an der Börse kotierten Medien-Unternehmen erzielte die Lausanner Edipresse ein Plus von 1,95 Prozent, während Agefi um 1,72 Prozent unter dem Wert vom vergangenen Freitag notierte.

Der Ausgabepreis der Tamedia-Aktien im Nennwert von 10 Franken war am Sonntag mit 260 Franken in der oberen Hälfte der Preisspanne festgelegt worden. Die Bandbreite für das Bookbuilding lag bei 225 bis 275 Franken. Die Transaktion steht unter der Federführung der UBS Warburg.

Börsenwert von 2,61 Milliarden

Von ihren insgesamt 10 Mio. Namensaktien gab die bisherige Allein-Besitzerin, die Familie Coninx, in einem ersten Schritt 20 Prozent (insgesamt 2 Mio. Aktien) zum öffentlichen Handel frei. Sollte die Option auf eine Mehrzuteilung (Greenshoe) ausgeübt werden, kann sich dieser Anteil auf 23 Prozent erhöhen. Im Jahr 2001 wollen die Familienaktionäre weitere 10 Prozent abgeben.

Gemäss dem Schlusskurs vom Montag beträgt die Börsenkapitalisierung der Tamedia 2,61 Mrd. Franken. Ein Prozent der Aktien will das Unternehmen den insgesamt 1900 Angestellten teils gratis und teils zu einem Vorzugspreis zukommen lassen.

Mediengewerkschaft fordert höhere Löhne.

Die Mediengewerkschaft comedia forderte in einer Stellungnahme zum Börsengang eine Lohnerhöhung von 400 Franken für alle Beschäftigten der Tamedia sowie eine Honorar-Erhöhung von 10 Prozent für freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Umgerechnet auf eine Vollzeitstelle dürfe kein Lohn unter 4500 Franken zu stehen kommen, schreibt comedia in ihrer Mitteilung unter dem Titel "Jetzt ist Zahltag".

Die Gewerkschaft kritisiert insbesondere, dass von den Mitteln aus dem Börsengang vor allem die Besitzerfamilie und nicht das Unternehmen profitiere. Die von der Familie Coninx im Vorfeld des Börsenganges bezogene Sonder-Dividende von 250 Mio. Franken müsse zurück ins Unternehmen fliessen, verlangt Comedia.

Die Tamedia vertreibt unter anderem die Printmedien "Tages-Anzeiger", "SonntagsZeitung", "Finanz und Wirtschaft" sowie "Facts" und ist am Fernsehsender TV-3 mit 50 Prozent beteiligt.

swissinfo und Agenturen

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