Verkehrskollaps nach italienischem Nationalfeiertag

Kilometerlange Staus werden auf der Nord-Süd immer alltäglicher. Keystone

Nach dem italienischen Nationalfeiertag ist am Donnerstag (26.04.) der Schwerverkehr in der Schweiz erneut zusammengebrochen. Weil der italienische Warenzoll auch am 1. Mai geschlossen bleibt, droht bereits der nächste Kollaps.

Dieser Inhalt wurde am 26. April 2001 - 22:08 publiziert

Die 1'100 auf der A2 im Kanton Uri gestauten Lastwagen passierten bis am späten Nachmittag die Gotthardröhre und machten den 300 in Luzern zurückgehaltenen Lastwagen Platz. Um 17.00 Uhr warteten noch 80 Lastwagen vor dem Gotthardportal. Im Tessin blieben die beiden Ausstellplätze in Bodio und Ambri sowie der Warteplatz vor dem Warenzoll in Chiasso vorerst voll besetzt. Der Durchfluss habe sich am Nachmittag aber stark beschleunigt, sagte ein Sprecher der Tessiner Kantonspolizei. Bei einer Abfertigungsrate von 120 Lastwagen pro Stunde sei bis am Donnerstagabend mit einer Normalisierung zu rechnen.

Mit einer Länge von 15 Kilometern zwischen Flüelen und Amsteg und Wartzeiten von fünf Stunden hatte der Stau kurz vor Donnerstagmittag seinen Höhepunkt erreicht. 300 Lastwagen mussten schon in Luzern gestoppt werden. Im Unterschied zum Chaos vor Ostern war diesmal nicht allein die schiere Flut schuld am Stau, sondern die italienische Geschichte: Am italienischen Nationalfeiertag vom 25. April, dem Tag der Befreiung von Nazi-Deutschland, bleibt der Warenzoll in Chiasso geschlossen.

Bereits ab Mittwochmorgen hatten sich im Tessin die Stauräume entlang der A2 gefüllt; am Abend stauten sich auch auf dem Pannenstreifen im Urnerland rund 800 Lastwagen. Am Donnerstagmorgen verstopften rund 1'100 Lastwagen die Autobahn vor dem Gotthardportal. Weil diese auf die eigens für Zulieferer ins Tessin reservierte Überholspur drängten, brach der Verkehr zusammen, wie Martin Brücker von der Urner Kantonspolizei sagte.

Dadurch wurde auch der Personenverkehr massiv behindert. Rund 60 zwischen den Lastwagen eingeschlossene Wagen mussten lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Der übrige Personenverkehr wurde ab Erstfeld auf die Kantonsstrasse umgeleitet. Weil einzelne Lastwagen eine Chance zum schnellen Durchkommen witterten, kam es auch da vereinzelt zu Staus. Nach Angaben der Urner Polizei lösten sich diese aber jeweils schnell wieder auf.

Während sich am späten Donnerstagnachmittag die Lage in der Zentralschweiz normalisierte, blieben im Tessin bis am Abend alle Stauräume besetzt. Auf der Autobahn stauten sich Lastwagen und Personenverkehr von der Grenze in Chiasso bis zurück nach Mendrisio, wie die Tessiner Verkehrspolizei mitteilte. Man werde deshalb am Freitagmorgen ab 5.00 Uhr wieder beginnen, den Schweverkehr bereits in der Innerschweiz zu stoppen. Anders sei dem Ansturm nicht beizukommen.

Weil in diesem Jahr 3'000 statt wie früher 800 Lastwagen täglich durch den Gotthard drängten, sei der Stau nach dem italienischen Nationalfeiertag diesmal viel massiver ausgefallen, sagte Brücker. Der nächste Kollaps wird bereits am kommenden Dienstag erwartet: Der italienische Warenzoll bleibt auch am 1. Mai geschlossen. Da bleibe nur die Hoffnung, dass die deutschen Lastwagenfahrer am Tag der Arbeit ebenfalls frei machten, sagte der Urner Polizist.

Swissinfo und Agenturen

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