Verkehrsminister eröffnet Autosalon

Bundesrat Moritz Leuenbergers kritische Würdigung. Keystone

Mit zahlreichen Premieren zelebriert die Autobranche in Genf während zehn Tagen einmal mehr ihre alljährliche Nabelschau. Der Andrang der Aussteller ist so gross wie noch nie. Bundesrat Leuenberger kündigte während der Eröffnung einen Gegenvorschlag der Regierung zur Avanti-Initiative an.

Dieser Inhalt wurde am 01. März 2001 - 16:32 publiziert

Bern prüft einen Gegenvorschlag zur Avanti-Initiative, die unter anderem am Gotthard einen zweiten Autobahn-Tunnel fordert. Dies kündigte Bundespräsident Moritz Leuenberger am Donnerstag (01.03.) in der Rhonestadt an.

Heikle Stellen sind nicht am Gotthard

"Auch wir haben kein Interesse an Staus: Die 30 Millionen Stunden, die Schweizer Automobilisten jedes Jahr im Stau verbringen, kosten Nerven und unsere Volkswirtschaft Milliarden von Franken," sagte Leuenberger in seiner Rede. Ein gut funktionierendes Nationalstrassen-Netz sei nötig.

Die Avanti-Initiative habe aber eine grosse Schwäche: Die heiklen Stellen des Netzes, die in naher Zukunft noch heikler würden, seien nicht der Gotthard, sondern die Umfahrung von Zürich, das Brüttiseller Kreuz und der Gubrist-Tunnel.

"Es hat keinen Sinn, die symbolträchtige Gotthard-Strecke zu bevorzugen. Es ergäben sich Folgestaus an anderen Stellen," sagte Leuenberger. Aus diesen Gründen könne er sich einen Gegenvorschlag zur Initiative durchaus vorstellen.

CO2-Abgabe ab 2004

Der Verkehrs- und Umweltminister ging auch auf die CO2-Abgabe ein. "Wenn das Klimaziel nicht erreichbar ist, muss ab 2004 eine CO2-Abgabe erhoben und so das Benzin bis zu 50 Rappen teurer werden," sagte er.

Nie sei also der Zeitpunkt für die Auto-Branche so gut gewesen wie jetzt, das oft angekündigte Ein- bis Drei-Liter-Auto, das Hybrid-Fahrzeug, das Elektro-Mobil, das revolutionäre Brennstoff-Zellenauto endlich an die Kundschaft und damit auf die Strasse zu bringen, meinte Leuenberger.

swissinfo und Agenturen

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