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Versandzentrum von Ackermann im Ausverkauf

Ackermann trennt sich von seinem Versandzentrum, und über 300 Mitarbeitenden.

(Keystone)

Das Mode-Versandhaus Ackermann streicht im Versandzentrum in Entlebuch bis zu 330 Arbeitsplätze. Gleichzeitig wird ein Käufer gesucht.

Nicht betroffen sind die Ladenlokale. Für die Kunden ändert nichts, sie können weiter Kleider per Katalog kaufen.

Mit dem über die nächsten acht Monate gestaffelten Abbau sollen gemäss Mitteilung Härtefälle so gut wie möglich vermieden werden.

Für besondere Härtefälle würden Mittel in noch nicht bezifferbarer Höhe zur Verfügung gestellt. Für die Kunden von Veillon und Ackermann soll sich nichts ändern. Die Versandkataloge würden weiter erscheinen, sagte Ackermann-Sprecher Paul Felber.

Die Verhandlungen mit Interessenten für die Übernahme des Versandgeschäfts seien weit fortgeschritten. Um wen es sich dabei handelte, wollte Felber nicht sagen. "Der Versand wird aber nicht mehr von Entlebuch aus geschehen."

Zum Nebensitz degradiert

Im Versandzentrum Entlebuch sollen für externe Mandanten 50 bis 100 Arbeitsplätze bestehen bleiben. Die künftige Stellenzahl hänge davon ab, wie viele weitere Mandanten gewonnen werden könnten. Geprüft werde zusammen mit den luzernischen Behörden auch die Umnutzung der frei werdenden Immobilien.

Gut 100 Stellen bei den Shops blieben bestehen. Es sei beabsichtigt, die Shop-Kette auszubauen. Nicht tangiert von den Massnahmen seien Ackermann Tours und Sound Media.

Branche unter Druck

Ackermann führt die jüngste Entwicklung auf nicht mehr tragbare Unternehmensverluste und weitere Marktanteils-Verluste zurück. Ein Turn-around sei nicht mehr zu schaffen. In der Mitteilung wird daran erinnert, dass der Schweizer Versandhandel seit Jahren unter massivem Druck steht.

Zum einen stagnierten die Umsätze, zum andern drängten ausländische Anbieter massiv auf den Schweizer Markt, während dem Schweizer Versandhandel der Weg in die EU-Staaten versperrt sei.

Fusion gescheitert?

Ackermann und Veillon, die beiden traditionsreichsten Schweizer Versandhäuser, hatten bereits 2002 eine Annäherung geplant. Diese kam Mitte 2003 zu Stande.

Zuvor hatte es wegen der Entlassung von 115 Veillon-Angestellten Auseinandersetzungen mit den Gewerkschaften um den inzwischen stillgelegten Standort Bussigny im Kanton Waadt gegeben. Anfang 2004 verstärkten Ackermann und Veillon die Zusammenarbeit und gingen eine Quasi-Fusion unter einem gemeinsamen Holdingdach ein.

Der Zusammenschluss erbrachte gemäss Mitteilung nicht die gewünschten Synergien, sondern band Kräfte und Kapital. Die Kulturen der beiden Unternehmungen seien zu unterschiedlich gewesen, lokale Gruppeninteressen hätten dominiert.

Im Herbst 2004 wurde der Veillon-Versandhandel eingestellt, ab 2005 aber doch weitergeführt, um Arbeitsplätze in Entlebuch zu erhalten. Nun läuft der Versandhandel auch dort aus.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Mit dem Eintritt des Deutschen Quelle-Versandes sowie von La Redoute aus Frankreich in den Schweizer Markt verschärfte sich die Situation der Branche; die Margen sanken.

Dies hatte für Ackermann und Veillon grosse Einbussen zur Folge.

Die Fusion der beiden Versandhäuser Ackermann und Veillon 2004 hat nicht die erhofften Synergien gebracht.

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