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Verunreinigter Honig sichergestellt

Die im Honig festgestellten Sulfonamidrückstände bergen für die Bevölkerung (noch) keine Gefahr. Keystone

Mindestens 50 Tonnen Schweizer Honig der Ernte 1999 sind mit Sulfonamiden verunreinigt. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rief die fehlbaren Imker am Montag (22.05.) zum Rückzug ihres Honigs auf, obwohl keine gesundheitliche Gefährdung bestehe.

Dieser Inhalt wurde am 22. Mai 2000 - 14:08 publiziert

Honigliebhaber bräuchten sich nicht zu sorgen, versicherte BAG- Sprecher Lorenz Hess auf Anfrage. Die Produkte könnten weiterhin bedenkenlos gekauft werden. Man habe aber einschreiten müssen, weil der Honig nicht den gesetzlichen Vorschriften entspreche.

Das BAG geht davon aus, dass Schweizer Bienenzüchter Antibiotika und Sulfonamide zur Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut einsetzen. In anderen Ländern ist dies gestattet, nicht aber in der Schweiz. Die Sulfonamidrückstände im Schweizer Honig lagen zum Teil gar massiv über den Toleranzwerten für Auslandsprodukte.

Neue Methode

Zwei grosse Abfüllerfirmen wurden bei Routinekontrollen auf die Verunreinigungen aufmerksam - eine neue Analysemethode machte den Befund möglich. Kantonale Labors bestätigten die Ergebnisse: In rund 50 Tonnen wurden Rückstände der verbotenen Substanzen gefunden.

Pro Jahr werden etwa 2000 Tonnen Honig produziert. Wieviel davon verunreinigt ist, bleibt vorerst unklar. Bei den 50 Tonnen handelt es sich um ein Honiggemisch aus einer Vielzahl Einzellieferungen, so dass nachträglich nicht festgestellt werden kann, welche Imker ihre Bienenvölker mit widerrechtlichen Substanzen behandelt haben.

Kontrolle wird verschärft

Die fehlbaren Honigproduzenten müssten ihre Ware sofort vom Markt zurückrufen, fordert das BAG. Die Honigproduzenten sollen zudem möglichst rasch ein Konzept für die Selbstkontrolle vorlegen und so für eine einwandfreie Ernte 2000 sorgen. Die Kantone wollen diese Selbstkontrolle künftig "intensiv überwachen".

In der Schweiz gibt es rund 18'000 Imker, von denen die meisten die Bienenzucht als Nebenerwerb oder als Freizeitbeschäftigung betreiben. Rund 90 Prozent der Erntemenge wird direkt durch die Imker vermarktet.

swissinfo und Agenturen

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