Verzicht auf Pumpspeicherwerk Grimsel-West

Das Projekt für das Pumpspeicherwerk Grimsel-West wird fallen gelassen. Die Verantwortlichen der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) wollen nun ihre bestehende Kraftwerksanlage im Grimsel- und Sustengebiet optimieren.

Dieser Inhalt wurde am 14. Dezember 1999 - 12:58 publiziert

Das Projekt für das Pumpspeicherwerk Grimsel-West wird fallen gelassen. Die Verantwortlichen der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) wollen nun ihre bestehende Kraftwerksanlage im Grimsel- und Sustengebiet optimieren.

Der Stopp erfolgte auf Grund einer Neubeurteilung der energiewirtschaftlichen Lage, wie es in einem KWO-Communiqué vom Dienstag (14.12.) heisst. Das 3-Mrd.-teure Projekt für eine mehrere hundert Meter hohe Staumauer wurde seit Jahren intensiv von Umweltverbänden bekämpft. Der produzierte Strom wäre verhältnismässig teuer gewesen.

Mit dem neuen Projekt «KWO Plus» sollen im Wesentlichen die bestehenden Anlagen saniert, verbessert und ergänzt werden. Projektiert ist auch eine Erhöhung der bestehenden Mauern um etwa 20 Meter zur Vergrösserung des Grimselsees. Damit werde zusätzliche Energie zu «attraktiven Kosten» gewonnen, ein Teil der Produktion in den Winter verlagert und die Leistung gesteigert, wurde mitgeteilt.

Der Stopp erfolgte auf Grund einer Neubeurteilung der energiewirtschaftlichen Lage, wie die KWO am Dienstag mitteilte. Umweltverbände haben das 3-Milliarden-teure Projekt für eine 200 Meter hohe Staumauer seit Jahren bekämpft. Der produzierte Strom wäre verhältnismässig teuer gewesen.

Die neue Strategie trage dem «tiefgreifenden Wandel» im Strommarkt mit der Liberalisierung auf schweizerischer und europäischer Ebene Rechnung. Man nehme also auch und vor allem aus wirtschaftlichen Erwägungen Abschied vom umstrittenen Projekt, sagte Verwaltungsratspräsident Peter Schmid. «KWO Plus» ist in mehrere voneinander unabhängige Etappen unterteilt. Umweltanliegen soll Rechnung getragen werden.

Den Energiegewinn beziffert KWO-Direktor Gianni Biasiutti mit 200 Mio. Gigawattstunden (zirka ein Sechstel von Grimsel-West). Auch die Erweiterung des Grimselsees durch die Erhöhung der Staumauer um 20 Meter vergrössert das Stauvolumen nur auf rund einen Sechstel der mit Grimsel-West geplanten 400 Mio. Kubikmeter.

Das neue Projekt ist zur Zeit erst ein Konzept. Nach ersten Berechnungen liegen die Investitionen für die erste Phase bei 300 Mio. und für die zweite Etappe bei 900 Mio. Franken. Mit den interessierten Kreisen werde nun bei der Konkretisierung der Kontakt gepflegt, wie es weiter heisst.

Ganz verabschiedet haben sich die KWO von Grimsel-West noch nicht. Erst wenn sich das neue Konzept, zu dem nächstes Jahr das Vorprojekt erstellt wird, als machbar erwiesen hat, wird es endgültig fallen gelassen.

Die KWO sind im Besitz der BKW Energie AG und der Städte Bern, Basel und Zürich.

"Ein grosser Tag für den Landschaftsschutz "

Der definitive Verzicht auf das Kraftwerk Grimsel-West sei ein grosser Tag für den Landschaftsschutz. Diese teilte die Schweizerische Stiftung für Landschaftsschutz und Landschaftspflege (SL) am Dienstag mit. Die Zeit von Grosswasserkraftwerken in der Schweiz sei damit endgültig vorbei, die letzten noch verbliebenen unberührten und geschützten Moorlandschaften könnten endlich aufatmen. Das Werk wäre zugleich wirtschaftlich wie ökologisch völlig quer in der Landschaft gestanden, schreibt die SL weiter und verweist auf die drei früheren Verzichtsentscheide für die Greina, das Val Madris und das Val Curciusa. Es sei wohl nicht zuletzt ein Verdienst der Umweltverbände, dass keine Investitionsruine im Stil von Ilanz I und II erstellt worden sei, die aufgrund der hohen Stromgestehungskosten kaum je wirtschaftlich hätte betrieben werden können.

SRI und Agenturen

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