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Victoria-Jungfrau Collection 2010: Knapper Gewinn - Weiter keine Dividende (Zus)

Zürich (awp) - Die Luxushotel-Gruppe Victoria-Jungfrau Collection ist im vergangenen Geschäftsjahr 2010 knapp in die Gewinnzone zurückgekehrt. Zudem ist der Blick in die Zukunft aufgrund der Buchungszahlen vorsichtig optimistisch. Dennoch wird wie bereits im Vorjahr auf die Ausschüttung einer Dividende verzichtet.
Mittelfristig will das Unternehmen aber wieder eine Ausschüttung leisten. "Wir wollen uns wieder in den Dividendenbereich hinaufarbeiten", sagte Verwaltungsratspräsident (VRP) Peter Bratschi am Dienstag auf der Bilanzmedienkonferenz in Zürich.
OPERATIV ROT
Der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr ging um knapp 4% auf 74,2 Mio CHF zurück, der Bruttobetriebserfolg (GOI) lag mit 31,6 Mio um gut 6% unter dem Vorjahreswert. Operativ schreibt die Hotelgruppe mit einem EBIT von -0,02 Mio knapp rote Zahlen, unterm Strich steht hingegen ein Plus von 0,95 Mio nach einem Vorjahresverlust von 1,21 Mio.
Zu diesem positiven Ergebnis führte ein ausserordentlicher Erfolg von 2,89 Mio CHF. Dieser ging auf Versicherungsleistungen aufgrund eines Brands im Grand Hotel Victoria-Jungfrau in Interlaken in Höhe von 5,44 Mio zurück, die Abschreibungen betrugen 2,55 Mio.
BRAND ÜBERSCHATTET INTERLAKEN
Mit Blick auf die einzelnen Hotels ging der Umsatz in Interlaken insbesondere durch den Brand im Spa-Bereich um knapp 4% auf 31,7 Mio CHF zurück. Nur dank der Versicherung sei ein grösserer wirtschaftlicher Schaden verhindert worden. Eine der grössten Herausforderungen für 2011 sei der starke Franken.
In Luzern wurde der Umsatz hingegen um gut 7% auf 16,2 Mio CHF gesteigert. Wie schon im abgelaufenen Jahr dürften erneut Meetings, Konferenzen und Firmenanlässe den grössten Beitrag zur Belegung leisten.
Auch in Zürich wurde der Gesamtumsatz gesteigert - um knapp 5% auf 7,4 Mio CHF. Der Anteil der Individualgäste sei erneut sehr hoch gewesen, heisst es. Für 2011 hat sich das Hotel zum Ziel gesetzt, den Beherbergungsumsatz über die Schwelle von 5 Mio CHF zu bringen.
BERN DURCH UMBAU BEEINTRÄCHTIGT
Für Bern war das Jahr durch die Totalsanierung des Untergeschosses sowie weiterer Bauprojekte geprägt. Während vier Wochen musste das Hotel ganz geschlossen werden, während weiterer sieben Wochen war nur ein sehr eingeschränkter Betrieb möglich.
In allen Hotels stellten die Schweizer Gäste weiterhin den grössten Anteil. Auffallend war die starke Zunahme von Reisenden aus China, Indien oder auch den Golfstaaten. Durch die Passionsspiele in Oberammergau wurde teilweise der Anteil der Gäste aus den USA deutlich erhöht. Einbussen gab es hingegen aus dem Euroraum.
AUSBLICK VORSICHTIG OPTIMISTISCH
Mit Blick auf den Start in das neue Jahr gibt sich Beat R. Sigg, Delegierter des Verwaltungsrats, vorsichtig optimistisch. "Das Jahr hat mit einigen Wolken begonnen aber wir halten unseren Kurs. Derzeit sieht es ähnlich aus wie im Vorjahr, Ostern lief gerade in Interlaken mit dem schönen Wetter sehr gut", sagte er.
Mit einem Aufschwung werde aber frühestens 2012 gerechnet. Bis die Buchungen für Mice (Meetings, incentives, conventions und events) wieder auf breiter Front anzögen, sei voraussichtlich noch einige Geduld gefragt. Das Potenzial der Märkte werde aber "aktiv verfolgt und gezielt ausgeschöpft".
KEIN VERKAUF DER HOTELS IN INTERLAKEN UND ZÜRICH
Nach dem am vergangenen Freitag bekannt gegebenen Verkauf des Hotelgebäudes in Luzern an den Credit Suisse Real Estate Fund Hospitality gibt es für die verbliebenen Hotels keine ähnlichen Pläne. "Wir sind nun in Luzern in der gleichen Situation wie mit dem Bellevue Palace in Bern. Für das Victoria Jungfrau in Interlaken oder das Eden au Lac in Zürich gibt es aber keine Gedanken an einen Verkauf der Gebäude", sagte VRP Bratschi.
Angaben zum Verkaufspreis machte Victoria-Jungfrau nicht. Mit dem Erlös sollen aber teils umfangreiche Umbaumassnahmen durchgeführt werden.
Die Aktie gab in einem leicht schwächeren Marktumfeld mit 1,4% etwas deutlicher nach.
dm/dl

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