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Viele Gesetze - zu wenig Kontrollen

Das Unglück im Mont-Blanc-Tunnel war Anlass, eine Tagung über Sicherheit im Tunnel durchzuführen.

(Keystone)

Am Freitag (23.03.) ist in Locarno eine von der Alpeninitiative organisierte Tagung zum Transport von Gefahrgütern eröffnet worden. Trotz vieler Verordnungen bleibt ein Risiko: Hauptproblem ist die Kontrolle von Fahrzeugen.

Anlass für die Tagung bot der zweite Jahrestag des Unglücks im Mont-Blanc-Tunnel. Am 24. März 1999 starben in Folge eines Unfalls und Brands 39 Personen in der Röhre. Die "Initiative Transport Europe" (ITE), die den Anstoss für die Tagung gab, forderte aus diesem Anlass, dass der Tunnel künftig für Lastwagen gesperrt wird.

Der Sektionschef für Sicherheitstechnik im Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal), Ernst Berger, erläuterte die Schweizer Strategien in Bezug auf Gefahrengüter. Tragende Säulen seien die Verhinderung von Störfällen und die Verminderung des Risikos. Dies gelte für Strasse, Schiene und den Wasserweg (Rhein).

Die Störfallverordnung sieht dazu insbesondere vor, dass Betreiber von Anlagen und Transporten Schutzmassnahmen ergreifen müssen. Das Risiko müsse in tragbaren Grenzen gehalten werden. Mit der Einrichtung von Chemiewehren in Göschenen und Airolo könne die Sicherheit am Gotthard-Tunnel wesentlich erhöht werden.

EU-Richtlinien

Eduardo Morere-Molinero von der Generaldirektion Energie und Transport der EU-Kommission wies auf die zahlreichen Richtlinien hin, die von der EU zum Problem der Gefahrengut-Transporte bereits erlassen wurden. Hauptproblem seien nicht die Gesetze, sondern deren korrekte Anwendung und fehlende Kontrollen.

Die EU wird ihre Anstrengungen in diesem Bereich weiter intensivieren. So sollen durch obligatorische elektronische Fahrtenschreiber die Arbeitszeiten von Camioneuren genauer kontrolliert werden.

Bis 2003 müssen zudem alle Betriebe, die mit Transporten von Gefahrgütern zu tun haben, einen speziellen Sicherheitsbeauftragten ernennen. Für den Warentransport via Bahntunnel unter dem Ärmelkanal hätten Grossbritannien und Frankreich besonders strikte Auflagen erlassen.

Morere-Molinero erklärte im Übrigen - und nicht zur Freude aller Tagungsteilnehmer -, das Problem der Gefahrgütertransporte sei ernst zu nehmen, aber nicht auf die Spitze zu treiben. Die jährlich 45'000 Unfalltoten des Strassenverkehrs in Europa stellten ein erheblich grösseres Problem dar.

Schwierige Kontrolle

Wie schwierig in der Realität die Kontrolle von Lastwagen und damit die Einhaltung der sogenannten ADR-Verordnung ist, erläuterte der Chef der Tessiner Strassenverkehrspolizei, Marco Guscio. Häufig seien Gefahrgüter zwischen normaler Ware versteckt. Die Wahrscheinlichkeit, diese zu erkennen, liege unter einem Prozent.

Zudem fehle Personal, um wirksame Kontrollen durchführen zu können. Während der Warenverkehr über die Strasse stetig zunehme, sei der Korps der Tessiner Strassenpolizei in den letzten 10 Jahren von 112 auf 78 Beamte geschrumpft.

swissinfo und Agenturen


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