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Vogelgrippe: Die Rolle der Wildvögel

In Europa sollen Wildvögel , in Asien und Afrika eher die Geflügelhaltung für die Verbreitung der Vogelgrippe verantwortlich sein.

(Keystone)

An einer Konferenz in Rom haben Wissenschafter die Rolle der Wildvögel bei der Verbreitung der Vogelgrippe in Europa untersucht und dabei Fortschritte erzielt.

Dennoch blieben zahlreiche Fragen unbeantwortet, wie Katharina Stärk vom Bundesamt für Veterinärwesen im Gespräch mit swissinfo erklärt.

Stärk sprach in Rom am Ende der zweitägigen Konferenz, die von der UNO-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) und der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) organisiert wurde.

An der zweitägigen Vogelgrippe-Konferenz beteiligten sich mehr als 300 Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus aller Welt. Dabei stand die Frage im Zentrum, inwieweit Wildvögel für die Ausbreitung der Vogelgrippe verantwortlich sind.

Wissenschafter sind sich nicht einig in der Frage, ob für die Verbreitung der Vogelgrippe hauptsächlich Wildvögel oder Haus-Geflügel verantwortlich sind.

"Ich denke, wir teilen alle die Ansicht, dass immer noch sehr viele Fragen offen sind. Aber in Rom waren wir uns zum ersten Mal einig, dass Wildvögel eine Rolle spielen bei der Verbreitung", führt Katharina Stärk im Gespräch mit swissinfo aus.

"Dennoch muss jedes Land für sich alleine betrachtet werden. Wildvögel spielen in Europa sicher eine Rolle. Aber in andern Ländern kann es ganz anders aussehen."

Gemäss der FAO spielen Wildvögel in Europa eine zentrale Rolle, in Asien sind Wildvögel und das oft im Haus gehaltene Geflügel verantwortlich und in Afrika spielt der Geflügelhandel eine zentrale Rolle.

"Wir brauchen nun eine verstärkte Koordination, um all die vorliegenden Informationen zu bündeln und das Puzzle zu vervollständigen", sagte der Chefveterinär der FAO, Joseph Domenech.

Überwachungsprogramme

In diesem Sinne wird das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) in den kommenden Monaten seine Untersuchungen am Bodensee weiterführen. Diese haben zum Ziel, herauszufinden, ob permanent hier lebende Wildvögel mit dem Virus infiziert sind. Die meisten Vogelgrippe-Fälle in der Schweiz betrafen bisher die Region Bodensee.

Gemäss Stärk sollen auch holländische Studien genauer unter die Lupe genommen werden, die sich mit drei verschiedenen Entenarten befassen, die auch in der Schweiz vorkommen und als besonders anfällig gelten.

"Wir führen das Überwachungs-Programm am Bodensee weiter und werden die Überwachung im Herbst, wenn die Zugvögel zum Überwintern zurückkehren, intensivieren", so Stärk.

Seit dem vergangenen September hat das Bundesamt für Veterinärwesen mehr als 1000 Wildvögel auf das Vogelgrippe-Virus getestet.

Experten gehen immer noch davon aus, dass illegal importierte, lebende Vögel und importiertes Geflügelfleisch das grössere Infektionspotential darstellen als Wildvögel.

Der erste Vogelgrippe-Fall in der Schweiz wurde am 27. Februar 2006 in Genf entdeckt. Insgesamt sind in der Schweiz 32 Vögel an der Vogelgrippe verendet. Der letzte Fall war am 31. März 2006 zu verzeichnen.

swissinfo, Adam Beaumont
(Übertragen aus dem Englischen: Andreas Keiser)

In Kürze

Die Schweizer Landesregierung hat bisher zwei Mal ein Stallverbot für Geflügel angeordnet.

Das erste dauerte vom 26. Oktober bis am 16. Dezember 2005. Das zweite vom 20. Februar bis am 1. Mai 2006.

Seit dem Start des nationalen Überwachungsprogramms im September 2005 sind in der Schweiz mehr als 1000 Wildvögel untersucht worden.

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