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Vogelgrippe: Wachsam gegen Pandemie bleiben

Auch die Schweizer Armee probt, was im Fall einer Vogelgrippe-Pandemie zu tun ist.

(Keystone)

Das Risiko einer Vogelgrippe-Pandemie ist sehr gering, aber nicht auszuschliessen. Die Weltgesundheits-Organisation (WHO) debattiert darüber nächste Woche in Genf.

In Westeuropa hat sich bisher noch kein Mensch mit dem H5N1-Virus angesteckt. Andere Teile der Erde sind der Vogelgrippe mehr ausgesetzt.

In der Schweiz sind die Vorbereitungen gegen eine Vogelgrippe-Pandemie weit fortgeschritten.

Während Bund und Kantone ihre Arbeiten fast abgeschlossen haben, hinken nach Ansicht des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) einige Firmen hinterher.

"Das Risiko einer Grippe-Pandemie in der Schweiz ist extrem niedrig", sagte BAG-Vizedirektor Gaudenz Silberschmidt am Dienstag vor den Medien in Genf. Trotzdem habe die Schweiz ihre Vorsichtsmassnahmen voran getrieben, denn für die Experten sei klar, dass es eines Tages eine neue Grippe-Pandemie geben werde.

Genügend Vorräte

"Im schlimmsten Fall werden 25% der Bevölkerung erkranken. Vom Grippemittel Tamiflu haben wir genügend Vorräte angelegt, um auch das gesamte medizinische Personal zu versorgen", sagte Silberschmidt.

Er verwies auf den Pandemieplan, dessen bereinigte Fassung im Juni veröffentlicht werden soll.

Keine falsche Sicherheit

Anders sehe es bei den Firmen aus: Einige hätten Massnahmen getroffen, andere dagegen hätten noch nichts getan.

Auch Philippe Sudre von der Genfer Wirtschafts- und Gesundheitsdirektion warnte, sich nicht in falscher Sicherheit zu wiegen: Es gebe noch viele unbekannte Faktoren wie die Art des Virus und dessen Gefährlichkeit. Noch nicht bereit ist laut Sudre der Pandemieplan für die internationalen Organisationen in Genf.

Ab Montag werden in Genf Vertreter aus 192 Staaten zur Weltgesundheitsversammlung (WHA) zusammenkommen, dem höchsten Entscheidungsgremium der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Thema wird der Kampf gegen die Vogelgrippe sein.

Versprochenes Geld nicht gezahlt

Gemäss Angaben der WHO-Epidemieexpertin Isabelle Nuttal sind auch auf internationaler Ebene Fortschritte erzielt worden. Aber nicht jedes Land sei für eine Pandemie gleich gut vorbereitet. Einigen fehlten dazu die Mittel.

Auch der WHO fehle Geld: Von den im Januar bei der Geberkonferenz in Peking gesprochenen 77 Mio. Dollar (92 Mio. Fr.) habe die WHO erst 8 Mio. Dollar erhalten.

Keine Panik

Die Expertin warnte vor Panik: Bislang habe sich gezeigt, dass das Vogelgrippe-Virus H5N1 kaum auf den Menschen überspringe. Die weltweit 208 mit dem Virus Infizierten hätten alle in direktem Kontakt mit Geflügel und unter schlechten hygienischen Bedingungen gelebt. Und: Das Virus sei nicht mutiert.

Andere Experten hatten immer wieder die Befürchtung geäussert, dass H5N1 sich zu einem von Mensch zu Mensch übertragbaren Virus wandeln könnte.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Bisher sind in 10 Ländern 208 Menschen an Vogelgrippe erkrankt.
Westeuropa ist nicht davon betroffen.
Seit 2003 sind 120 Menschen am H5N1-Virus gestorben, die meisten davon in Asien.
Von Montag an beraten die 192 Mitgliedstaaten der Weltgesundheits-Organisation (WHO) in Genf über Strategien im Kampf gegen eine mögliche Pandemie (Übertragung von Mensch zu Mensch).

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In Kürze

An Vogelgrippe erkrankte Tiere wurden bisher aus sechzig Ländern gemeldet. Betroffen waren Wildvögel oder Geflügel aus Zuchten.

Zu Zeiten des Vogelzugs, also letzten Herbst und diesen Frühling, stellte die Schweizer Regierung das heimische Geflügel unter Quarantäne (Stallpflicht).

In der Schweiz sind bisher rund 30 Fälle von Vogelgrippe aufgetreten, betroffen waren ausschliesslich Wasservögel. In zehn Fällen wurde das aggressive H5N1-Virus festgestellt.

Im Referenzlabor der Universität Zürich wird in der Schweiz festgestellt, ob verendete Vögel Träger des H5-Virus waren.

Anschliessend wird im Referenzlabor der EU in Weybridge (Grossbritannien) untersucht, ob es sich um die unter Vögeln hochansteckende Variante des H5N1-Virus handelt.

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