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STUTTGART (awp international) ? Volkswagen (VW) und Porsche treiben ungeachtet juristischer und steuerlicher Hürden ihre ursprünglichen Fusionspläne voran: "Unser klares gemeinsames Ziel ist und bleibt die Verschmelzung", sagte VW-Chef Martin Winterkorn, der in Personalunion auch die Porsche SE führt, am Freitag auf der Porsche-Hauptversammlung in Stuttgart. Der Grund: Erst unter dem gemeinsamen Dach lassen sich die geplanten Kosteneinsparungen voll verwirklichen.
Voraussetzung für die Verschmelzung ist die Zustimmung der Aktionäre beider Unternehmen, der Volkswagen AG und der Porsche SE. Die Porsche SE ist die Dachholding, unter der die gut 50-prozentige Beteiligung am gleichnamigen Sportwagenbauer sowie der Anteil von knapp 51 Prozent an den VW-Stammaktien gebündelt ist. Um die Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent zu wahren, dass die Verschmelzung noch in diesem Jahr erfolgt, haben beide Unternehmen für Dezember Termine für ausserordentliche Hauptversammlungen festgelegt. Auf den Aktionärstreffen könnten die Anteilseigner die Verschmelzung beschliessen.
NEUTRALE BEWERTUNG
Bis dahin muss das Umtauschverhältnis zwischen den Aktien beider Unternehmen festgelegt werden. Hierzu wurde auch ein unabhängiger vom Landgericht Stuttgart bestellter Verschmelzungsprüfer benannt. "Es wird alles getan, dass es zu keiner Benachteiligung einer der beiden beteiligten Parteien kommen wird", sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch, der die Position im VW-Konzern und bei der Porsche SE wahrnimmt.
Nach dem gescheiterten Übernahmeversuch von VW durch Porsche hatten sich die beiden Unternehmen vor zwei Jahren auf eine Fusion verständigt. 2011 sollte Porsche als zehnte Marke unter das VW-Dach schlüpfen. Der ursprüngliche Verschmelzungsplan kam aber durch Ermittlungen der Stuttgarter Staatsanwaltschaft gegen das frühere Porsche-Management sowie Schadensersatzklagen in den USA ins Wanken. Anleger sehen sich durch die früheren Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und seinen Finanzvorstand Holger Härter getäuscht und erheben Forderungen in Milliardenhöhe. Hinzu kommt die Unsicherheit, über die steuerlichen Folgen der Fusion. "Es lässt sich heute noch nicht sagen, wann und in welcher Form die noch offenen Fragen geklärt werden können", räumte Pötsch vor rund 4.000 anwesenden Aktionären ein.
DIVIDENDENVERZICHT DER STAMMAKTIONÄRE
Die Kritik der Aktionäre blieb relativ zahm. Peter Maser von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) verwies darauf, dass der Dividendenverzicht der Porsche-Stammaktionäre - der Familien Porsche und Piech sowie des Golf-Emirats Katar - kein "grosszügiger Akt" sei. Vielmehr hätten Vorzugsaktionäre im Gegenzug davon abgesehen, die Abfindungszahlungen an frühere Vorstände prüfen zu lassen. Die Vorzugsaktionäre sollen für das Rumpfgeschäftsjahr 2010 (August bis Dezember) 0,50 Euro je Anteilsschein erhalten.
Ein Zusammenschluss von VW und Porsche sei auch noch nach 2011 möglich, sagte Finanzvorstand Pötsch. Als zweite Möglichkeit, Porsche als zehnte Marke in den VW-Konzern zu integrieren, besteht eine Optionsstruktur, die ab Ende 2012 eine komplette Übernahme des Porsche-Sportwagengeschäft durch VW erlaubt. "Auch auf diesem Weg könnte die Integration also Realität werden", sagte Winterkorn.
'TEAMGEIST STIMMT'
Auf operativer Ebene läuft die Zusammenarbeit zwischen dem Sportwagenbauer und dem VW-Konzern bereits. "Der Teamgeist stimmt", sagte Winterkorn. Hierzu dürften auch die zahlreichen Personalwechsel zwischen Stuttgart und Wolfsburg beigetragen haben. Die angestrebten Kosteneinsparungen von 700 Millionen Euro jährlich werden sich nach Angaben des Konzernlenkers aber erst nach dem Zusammenschluss vollständig heben lassen.
Angesichts der aktuellen Verkaufserfolge beider Unternehmen zeigte sich Winterkorn für den weiteren Jahresverlauf zuversichtlich. In den ersten fünf Monaten 2011 verkaufte Porsche fast 50.000 Wagen, ein Plus von mehr als 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der VW-Konzern meldete ein Absatzplus von 14,6 Prozent auf 3,37 Millionen Fahrzeuge. Beide Unternehmen wollen in diesem Jahr ihren Absatz und Umsatz im Vergleich zum Vorjahr steigern. "Die Voraussetzungen für Porsche und Volkswagen, auf Erfolgskurs zu bleiben und deutlich zu wachsen, sind gut", sagte Winterkorn./dct/tw

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