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(Neu: Aussagen Winterkorns zum Stellenaufbau; Schlusskurs)
WOLFSBURG (awp international) ? Europas grösster Autobauer Volkswagen (VW) hat im vergangenen Jahr dank eines Rekordabsatzes seinen Gewinn kräftig gesteigert. Der Konzernüberschuss kletterte von 911 Millionen Euro im Vorjahr auf 7,2 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Freitag nach einer Aufsichtsratssitzung mitteilte. "Das Geschäftsjahr 2010 war für den Volkswagen-Konzern das beste Jahr der Unternehmensgeschichte", sagte VW-Chef Martin Winterkorn.
Die Erlöse stiegen um mehr als 20 Prozent auf fast 127 Milliarden Euro. Operativ erreichte der Konzern mit seinen neun Marken ein Ergebnis von 7,1 Milliarden Euro, nach knapp 1,9 Milliarden Euro im Vorjahr. Bei allen Kennzahlen übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten. Die Experten hatten mit einem leicht geringeren Umsatz gerechnet und unter dem Strich 5,4 Milliarden Euro gesehen.
STELLENZAHL SOLL WEITER STEIGEN
Im laufenden Jahr will das Management mehr Autos verkaufen sowie die Erlöse und das operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr steigern. Ähnlich vage hatte der Konzern seine Ziele auch 2010 formuliert. Als Risiken nannte der Vorstand Währungsschwankungen sowie steigende Rohstoffpreise. Winterkorn kündigte in einem Interview mit dem ZDF zudem an, in den kommenden sechs bis acht Jahren weltweit 50.000 neue Stellen schaffen zu wollen.
In Deutschland soll die Zahl der Arbeitsplätze mittelfristig um 5.000 bis 6.000 steigen, sagte er. "Alle deutschen Standorte des Volkswagen-Konzerns profitieren von diesen neuen Jobs, die wir schaffen werden". Besonders gut liefen derzeit alle Fabriken, welche die neuesten VW-Modelle bauen und solche, die vor allem für den Export produzierten. Zuletzt hatte VW weltweit knapp 400.000 Mitarbeiter - davon rund 180.000 in Deutschland.
CHINA-GESCHÄFT TREIBT FINANZERGEBNIS
Dass 2010 beim Gewinn unter dem Strich mehr herauskam als die neun Marken operativ erwirtschafteten, dürfte am starken Finanzergebnis liegen, zu dem VW noch keine Angaben machte. Dort fliessen die Beiträge aus dem boomenden China-Geschäft sowie aus den verschiedenen Beteiligungen ein. Hinzu kommt ein positiver buchhalterischer Effekt aus der Bewertung der Option zum Erwerb der zweiten Hälfte des Sportwagenbauers Porsche.
Das China-Geschäft wird im Finanzergebnis verbucht, weil VW dort Gemeinschaftsunternehmen betreibt. Zu den VW-Beteiligungen zählt der knapp 30-prozentige Anteil am Münchener Lastwagenbauer MAN , die 20 Prozent, die VW am japanischen Kleinwagenspezialisten Suzuki hält, sowie knapp die Hälfte am Autogeschäft von Porsche. Für die andere Hälfte haben sich die Volkswagen und Porsche a uf eine Optionsstruktur geeinigt, die ein Kauf- beziehungsweise Verkaufsangebot enthält.
DIVIDENDE STEIGT
Für das vergangene Jahr sollen die Aktionäre 2,20 Euro je Stammaktie und 2,26 Euro je Vorzugsaktie erhalten. An der Börse reagierten die im Dax notierten Vorzugsaktien mit einem Kurssprung. Die Papiere setzten sich mit einem Plus von 6,18 Prozent auf 119,40 Euro an die Spitze des Leitindex. Lobend erwähnten Börsianer zum Beispiel die Margen, bei denen sich der Wolfsburger Autohersteller des Premiumherstellern annäherte. "Die Zahlen sind durch die Bank deutlich besser als erwartet und auch der Ausblick hört sich gut an", kommentierte ein Börsianer.
Volkswagen hat im vergangenen Jahr mit 7,2 Millionen Auslieferungen erstmals die 7-Millionen-Marke geknackt. Spätestens 2018 will der Konzern weltweit 10 Millionen Fahrzeuge verkaufen. "Der Volkswagen-Konzern fährt momentan der Konkurrenz mit einer sagenhaften Stärke davon", lobte NordLB-Analyst Frank Schwope. Er geht davon aus, dass VW sein 10-Millionen-Ziel schon 2015 oder 2016 erreichen könnte.
NEUE KANDIDATEN FÜR AUFSICHTSRAT
Auf der Aufsichtsratssitzung wurden auch neue Kandidaten für das Kontrollgremium bestimmt. Mit Annika Falkengren, Chefin der schwedischen Bank SEB, ernannte die Kapitalseite erstmals eine Frau. Auf Arbeitnehmerseite sitzt bereits Babette Fröhlich im Aufsichtsrat. Zudem soll der Grossaktionär Katar einen zweiten Platz erhalten, den Khalifa Jassim Al-Kuwari, Exekutivdirektor der staatlichen Investmentgesellschaft Qatar Holding, einnehmen soll. ie beiden Kandidaten sollen Nachfolger von RWE-Chef Jürgen Grossmann und dem ehemaligen Eon-Vorstand Hans Michael Gaul werden. Diese scheiden bei der Hauptversammlung am 3. Mai in Hamburg turnusgemäss aus.
Die besseren Geschäfte und die Kapitalerhöhung haben dazu beigetragen, dass der Konzern sein finanzielles Polster kräftig verstärken konnte. Am Jahresende waren 18,6 Milliarden Euro in der Kasse - acht Milliarden mehr als Ende 2009. Damit sind die Wolfsburger gut gerüstet für die anstehenden Herausforderungen. Ganz oben auf der Agenda steht dabei die Eingliederung des Sportwagenbauers Porsche unter dem Dach des VW-Konzerns. Die dafür eigentlich vorgesehene Fusion mit der Holding Porsche SE, die aktuell 50,1 Prozent an dem Sportwagenbauer hält, verzögert sich allerdings wegen Ermittlungen gegen den früheren Porsche Chef Wendelin Wiedeking. Die Fusion könnte sogar ganz platzen. In diesem Fall würde VW die Stuttgarter Sportwagenschmiede für knapp vier Milliarden Euro in bar komplett übernehmen./dct/zb

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