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Wädenswil (awp) - Der Industriekonzern Von Roll steht mit dem Ablauf des Geschäftsjahres 2010 vor einem Umbruch. In einer Generalabrechnung mit dem ehemaligen Konzernchef versuchte der neue CEO die Vergangenheit hinter sich zu lassen und mehr Realität in das Unternehmen zu bringen. Künftig will sich das Schweizer Traditionsunternehmen wieder auf sein Kerngeschäft konzentrieren.
Als "Schnitt" bezeichnete der neue CEO Matthias Oppermann den Geschäftsabschluss 2010. Der neue Chef räumte ein, das vergangene Jahr sei aus konjunktureller Sicht nicht ganz einfach gewesen. "2010 kann nicht Basis der Von Roll sein, das war ein absolut unbefriedigendes Ergebnis", sagte Oppermann bei der Bilanzmedienkonferenz am Dienstag. So stiegen etwa im zweites Halbjahr die Rohstoffpreise deutlich an, wurden jedoch nicht immer auf die Kunden abgewälzt.
WEITER ROTE ZAHLEN
Die Bilanz liest sich denn auch wenig erbaulich. Der Umsatz des Konzerns stieg weniger als ein Prozent auf 554 Mio CHF. Das Betriebsergebnis liegt zwar bei knapp 11 Mio CHF nach einem Minus von 8,5 Mio CHF im Vorjahr. Unter dem Strich schaffte das Unternehmen mit -7,5 Mio CHF den Sprung in die schwarzen Zahlen jedoch nicht. Im ersten Halbjahr war noch ein Gewinn von 9,5 Mio CHF erzielt worden. Grund für die Differenz zwischen Betriebs- und Reinergebnis waren laut Firmenangaben Wechselkurs- und Steuereffekte.
Ursachenforschung betreibt derzeit der neue Mann am Ruder. "Was ist da passiert? - Wir haben viele Antworten bekommen, aber vieles ist noch offen." Die im vergangenen Jahr aufgebaute Erwartungshaltung sei ein Übel der Misere. "Es war unglaublich viel Phantasie im Unternehmen, davon müssen wir Abstand nehmen."
SOLARGESCHÄFT MIT ZU VIEL PHANTASIE
Beispiel hierfür ist das Solar-Geschäft. Sprach der ehemalige CEO Thomas Limberger im vergangenen Jahr noch davon, in der zweiten Hälfte 2011 eine Pilot-Produktlinie zu lancieren, hört sich dies nun anders an. "Dem ist definitiv nicht so", sagte der neue Konzernchef. Die Solar-Aktivitäten seien ein Forschungsprojekt. "Das kann zum Erfolg führen, muss aber nicht."
Gebremst ist gegenwärtig der Bau einer Transformatorenfabrik: "Aus heutiger Sicht können wir sagen: Zum Glück wurde das nicht gemacht". Mit der Investition wäre Von Roll in die Rezession der USA geraten.
Eine erste Analyse des Konzerns führt dennoch zu einem positiven Fazit: "Das Unternehmen ist extrem gut aufgestellt", resümiert Oppermann. Von Roll verfüge über ein hohes Mass an technischer Kompetenz. Zudem hätten die Werke in Asien grosses Potenzial. Hier gelte es jedoch noch einige Hausaufgaben zu erledigen. "Wir können derzeit das Wachstum nicht bedienen und müssen uns daher neu aufstellen."
Das Motto für die Zukunft lautet, den Fokus insbesondere auf die Stärkung des Kerngeschäfts zu legen, mit dem Ziel, die Ertragskraft zu verbessern, so der CEO. Darüber hinaus arbeite Von Roll an der Weiterentwicklung der Aktivitäten des Geschäftsbereichs Water. "Der Markt ist gigantisch gross - aber auch hier war zu viel Phantasie drin."
Eine Strategie will der CEO nun für den Gesamtkonzern erarbeiten und dem Verwaltungsrat präsentieren. In der zweiten Jahreshälfte soll diese dann der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
In den ersten drei Monaten des laufenden Jahrs entwickelte sich der Bestellungseingang des Kerngeschäfts positiv. Für den Gesamtkonzern erwartet Oppermann, Ende 2011 wieder schwarze Zahlen zu schreiben. "Ich gehe davon aus, dass wir ein ordentliches Jahr vor uns haben." Entsprechend könnte es dann auch wieder eine Dividende für die Aktionäre geben.
Die Titel geben am Mittag deutlich nach und verlieren mehr als 4%. Der Gesamtmarkt notiert kaum verändert.
ps/uh

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