Navigation

Skiplink navigation

Vontobel-Manager schuld am Finanz-Debakel?

Der VR-Präsident will von den Anschuldigungen nichts wissen - dafür untersucht die EBK jetzt den Fall, teils auf sein Geheiss. Keystone Archive

Das entlassene Vontobel-Management soll schuld am finanziellen Debakel der Bank sein. Es habe auf eigene Faust Geld ausgegeben und sei für das Finanzloch von 250 Mio. Franken verantwortlich. Der angeschuldigte VR-Delegierte Jörg Fischer weist die Vorwürfe von sich.

Dieser Inhalt wurde am 08. Mai 2001 - 17:43 publiziert

CEO, CFO und der Leiter des Investment Banking hätten sich weitgehende Freiheiten herausgenommen, sagte Hans Geiger, Vizepräsident des Verwaltungsrats (VR) der Vontobel Holding AG am Dienstag (08.05.) in Zürich. Sie hätten beispielsweise treuhänderisch gehaltene Aktien kurzerhand verkauft oder für riskante Eigenkapital-Engagements lediglich mündliche Garantien zu Lasten von Vontobel abgegeben, ohne diese zu verbuchen. Dabei gehe es um Millionen-Beträge. Weiter soll der Erfolg aus Wertschriften-Transaktionen zum Kauf von Helikoptern oder zur Finanzierung einer Option für einen Firmenjet verwendet worden sein.

Internet als Stolperstein

Für die gescheiterte Internet-Bank y-o-u seien schliesslich viel mehr Eigenmittel eingesetzt worden, als der VR bewilligt habe. Der Schaden aus dem Internet-Bank-Projekt belaste die Gruppe mit insgesamt 250 Mio. Franken.

Fischer weiss von nichts

Der ehemalige Delegierte des VR, Jörg Fischer, weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe entschieden zurück. Mit den Äusserungen Geigers werde Raum für Spekulationen geschaffen, teilte er in einer Mitteilung vom Dienstag-Nachmittag mit. Die Vertreter der Vontobel Gruppe hätten ihm weder vor noch nach seiner Freistellung die Gelegenheit gegeben, Stellung zu nehmen.

Stattdessen hat Fischer in seiner Funktion als Präsident der Schweizer Börse SWX die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) eingeschaltet. Diese solle den Sachverhalt nun prüfen und bewerten, sagte Fischers Kommunikationsberater, Jörg Neef, auf Anfrage.

Im Zentrum der EBK-Untersuchung steht laut Neef die Frage, ob Fischer weiterhin Gewähr für eine einwandfreie Geschäftsführung der Börse biete. Damit muss die EBK indirekt abklären, ob sich Fischer in seiner früheren Funktion bei Vontobel grobe Pflichtverletzungen hat zu Schulden kommen lassen. Vontobel wollte dazu nicht Stellung nehmen.

Keine Angaben wegen Bankgeheimnis

Zu den konkreten Anschuldigungen nahm Fischer nicht Stellung. "Das Bankgeheimnis, meine Stellung als Präsident der Schweizer Börse und die Rücksicht auf Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter der Vontobel Gruppe verbieten es mir, mich zu diesen Vorwürfen zum jetzigen Zeitpunkt im Detail zu äussern", heisst es im Communiqué.

swissinfo und Agenturen

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen