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VW-Vorzugsaktionäre stemmen sich gegen Porsche-Übernahme durch Volkswagen

Dieser Inhalt wurde am 08. Oktober 2009 - 10:20 publiziert

OSLO (awp international) - Gegen die geplante Übernahme des Sportwagenbauers Porsche durch den Volkswagen-Konzern ist jetzt massive Kritik von Seiten der Vorzugsaktionäre laut geworden. In einem von Mittwoch datierten Brief an den VW-Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piech und das gesamte Gremium wirft der Investmentfonds des norwegischen Staates (NBIM) dem Chefaufseher erhebliche Interessenkonflikte vor. Es sei der Eindruck entstanden, die Porsche-Eignerfamilien hätten ihren Einfluss genutzt, um sich selbst Vorteile auf Kosten von VW und den Vorzugsaktionären zu verschaffen. Insgesamt hält der norwegische Investmentfonds die Übernahmepläne für inakzeptabel.
Im einzelnen kritisieren die Norweger den geplanten Kauf des Salzburger Autohandelsgeschäfts von den Familien Porsche und Piech. VW solle diese Pläne stoppen, sollte nicht offengelegt werden, wie der Preis festgestellt wurde und dass der Zukauf einen besonderen strategischen Wert habe. Auch die Übernahme des Auto-Geschäfts von Porsche wird in Frage gestellt. Der Preis sei nach Einschätzungen des Marktes zu hoch. Zudem sei unverständlich, warum VW die Schulden von Porsche übernehmen sollte. Nach Ansicht des Investitionsfonds benachteiligt die bei VW geplante Kapitalerhöhung über stimmrechtslose Vorzugsaktien die bestehenden Aktionäre. Statt dessen fordern sie, frisches Geld über die Ausgabe neuer Stammaktien einzuholen.
Der norwegische Fonds fordert vom Aufsichtsratsgremium eine Reaktion innerhalb der nächsten zwei Wochen. Die Befürchtungen teilten dem Brief zufolge weitere Investoren. VW will den Stuttgarter Sportwagenbauer bis Mitte 2011 als zehnte Marke in den Konzern integrieren und plant eine Übernahme des Autogeschäfts in zwei Schritten. Zudem soll das Salzburger Autohandelsgeschäft von Porsche für rund drei Milliarden Euro an VW verkauft werden. Der daraus erzielte Erlös soll als Stammkapitalerhöhung bei Porsche genutzt werden und damit die massgebliche Mitsprache der Porsche-Eignerfamilien im künftigen Konzern sichern. Derzeit hält Porsche rund 51 Prozent der VW-Stammaktien. Die bei Volkswagen geplante Kapitalerhöhung über rund vier Milliarden Euro soll der Refinanzierung der Beteiligung an Porsche dienen. Eine Zustimmung der Aktionäre soll noch bis Jahresende bei einer ausserordentlichen Hauptversammlung eingeholt werden.
Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ/Donnerstag) hat der norwegische Fonds 270 Millionen Euro in VW-Aktien investiert. Die "Financial Times Deutschland" (Donnerstagausgabe) berichtet unter Berufung auf Daten von Ende 2008, der Norwegische Staatsfonds sei zwar nur mit 0,15 Prozent der Stammaktien und vier Prozent der Vorzugsaktien an VW beteiligt. Der vor allem aus dem boomenden Öl- und Gasgeschäft gespeiste Investmentfonds gelte mit einem verwalteten Vermögen von 308 Milliarden Euro jedoch als einer der einflussreichsten./dct/fn/wiz

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