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WDH/AUSBLICK/CS Q1: Konzerngewinn von 1'207 Mio CHF erwartet

Zürich (awp) - Die Credit Suisse Group veröffentlicht am Mittwoch, 27. April, das Geschäftsergebnis zum ersten Quartal 2011. Analysten haben dazu die folgenden Schätzungen:
Q1 11E
In Mio CHF AWP-Konsens Q4 10A Q1 10E
Konzerngewinn 1'207 841 2'055
Konzerngewinn* 1'735 1'602 2'975
Ergebnis IB* 1'305 558 1'794
Ergebnis PB* 869 824 892
In Mrd CHF
Verwaltete Vermögen 1'286 1'253 1'271
Nettoneugeld 17,8 13,9 26,0
*vor Steuern
FOKUS: Nachdem die Credit Suisse mit ihrem vierten Quartal 2010 die Anleger enttäuscht hat, dürfte sie gemäss Experten im ersten Jahresviertel 2011 wieder bessere Zahlen vorlegen. Im Jahresvergleich rechnen die Analysten allerdings mit einem Rückgang beim Vorsteuergewinn, da dieser durch Neubewertungen eigener Verpflichtungen im Umfang von schätzungsweise 500 Mio CHF belastet werden könnte. Im Vorjahr hatten die Neubewertungen noch einen positiven Effekt auf den Vorsteuergewinn.
Im Investment Banking rechnen die Experten mit deutlich besseren Erträgen als im schwachen vierten Quartal 2010. Das legen auch die schon bekannten Zahlen der US-Peers nahe. Dabei dürfte die Sparte von saisonalen Effekten profitiert haben. So sind im ersten Jahresviertel üblicherweise höhere Aktivitäten an den Finanz- und Kapitalmärkten zu verzeichnen als im Schlussquartal. Dennoch dürfte das Sparten-Ergebnis deutlich hinter dem Ergebnis des ersten Quartals 2009 als auch jenem des Vorjahrs bleiben, als ein Vorsteuergewinn von 2,4 Mrd respektive 1,8 Mrd CHF resultierte.
Das Private Banking dürfte gemäss den Prognosen der Branchenexperten weiterhin stattliche Neugelder angezogen haben. Gleiches gilt für das Asset Management: Auch hier wird mit Zuflüssen gerechnet. Bezüglich Profitabilität gehen die Analysten davon aus, dass das zum Private Banking gehörende Wealth Management seine Bruttomarge auf dem Vorquartalsniveau hat halten können.
ZIELE: Die Credit Suisse hält sich jeweils bedeckt, was konkrete Aussagen bezüglich der künftig zu erwartenden Geschäftsentwicklung betrifft. Das Management gibt im Zusammenhang mit der Publikation von Zahlen lediglich einen Ausblick zur Marktentwicklung. Mitte Februar zeigte sich CEO Brady Dougan in einem Interview "für den Moment" relativ optimistisch. Die Pipeline im Investment Banking sei gut gefüllt und die Kundenaktivität ziemlich hoch. Das könne sich aber auch schnell wieder ändern, mahnte damals der Konzernchef zur Vorsicht.
Dougan geht aber davon aus, dass die Bank so positioniert ist, um von besseren Marktbedingungen zu profitieren: "Wenn die Prognosen zutreffen, die Zinsen etwas steigen und die Kundenaktivität zunimmt, werden wir profitieren wie niemand sonst."
Revidiert hat die Grossbank jüngst ihre mittelfristigen Zielsetzungen. So will die Bank neu über die kommenden drei bis fünf Jahre eine Eigenkapitalrendite von über 15% erwirtschaften. Zuvor galt ein Ziel von 18%. Als Grund für das tiefer gesteckte Renditeziel führte die Credit Suisse die neuen Regulierungsvorschriften mit ihren höheren Eigenmittelanforderungen an.
Ebenfalls überarbeitet hat die CS damals teilweise die Ziele für ihre Divisionen. So ist das Margenziel vor Steuern im Bereich Private Banking auf über 35% von zuvor 40% reduziert worden. Bestätigt wurde hingegen das Ziel, einen Neugeldzuwachs von jährlich über 6% zu erzielen.
Gesenkt hat die Grossbank auch ihre Ambitionen im Bereich Asset Management. Neu strebt die Bank in dieser Division eine Vorsteuermarge von über 35% an, vorher galt eine Vorgabe von 40%. Als neues Ziel setzte sich die Bank auch hier einen Neugeldzufluss von jährlich über 6%.
Nicht geändert wurde das Renditeziel für das Investment Banking: In der Sparte soll weiterhin eine Vorsteuermarge von 25% angepeilt werden.
PRO MEMORIA: Am 20. April 2011 schickte der Bundesrat die Botschaft zur Änderung des Bankengesetzes (Too-Big-to-fail Problematik) zur Verhandlung ins Parlament. Im wesentlichen behielt der Bundesrat die Stossrichtung des Entwurfs der Expertenkommission bei. Danach müssen die beiden Grossbanken UBS und CS unter anderem ihre Aktiven mit bis zu 19% Eigenkapital unterlegen. Nach dem Standard Basel III sind nur 10,5% nötig.
Die Credit Suisse gab bereits im Februar als eine der ersten Banken überhaupt sogenannten Contingent Convertible Bonds (CoCo-Bonds) aus. In einer ersten Emission nahm die Bank so 6 Mrd CHF und in einer zweiten 2 Mrd USD auf. Damit hat das Institut nach eigenen Angaben bereits mehr als 70% ihres maximalen Emissionsvolumens mit hohem Trigger aufgebracht, das unter der vorgeschlagenen Schweizer Regulierung vorgesehen ist.
Noch offen ist der Ausgang der Abklärungen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf, die im Falle mutmasslicher Steuerhinterziehung von CS-Kunden in Deutschland ermittelt. Die Untersuchungen kamen ins Rollen, nachdem das Bundesland Nordrhein-Westfalen im Februar 2010 für 2,5 Mio CHF eine CD mit gestohlenen Bank-Daten gekauft hatte. In der Folge wurde potenzielles Beweismaterial bei unangekündigten Razzien in den 13 deutschen CS-Filialen sichergestellt.
Nachdem der Schweizer Vermögensverwalter Julius Bär vor gut einer Woche eine mögliche Strafuntersuchung im Zusammenhang mit Hilfeleistungen zur Steuerhinterziehung von deutschen Kunden durch eine einmalige Zahlung von 50 Mio EUR abgewandt hat, spekulieren Marktteilnehmer auf einen ähnlichen Schritt der CS.
Unheil droht der Bank auch aus den USA. Nachdem die US-Behörden Ende Februar Anklage gegen vier CS-Mitarbeiter wegen Verdachts auf Beihilfe zu Steuerbetrug erhoben hat, befürchten Anleger einen zweiten "Fall UBS". Die CS betont hingegen, es handle sich bei den drei von den USA seit vergangener Woche gesuchten ehemaligen CS-Angestellten und dem ebenfalls auf der Fahndungsliste stehenden CS-Mitarbeiter um Einzelfälle. Die Bank kooperiere bei der Untersuchung mit den Behörden und sei nicht Teil der Klage. Dennoch gehen Marktbeobachter davon aus, dass die Credit Suisse hinter den Kulissen bereits auf einen Vergleich mit den US-Justizbehörden hinarbeitet.
Homepage: www.credit-suisse.com
sig/pf

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