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Zug (awp) - Die Weatherford International AG verschiebt wegen Buchhaltungsfehlern die Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2010. Es handle sich dabei um eine "massgebliche Schwäche" bei der internen Kontrolle der Finanzberichterstattung über Einkommenssteuern, teilte das Erdölservice-Unternehmen am Mittwoch mit.
Die Aktionäre könnten sich auch nicht auf die bisher veröffentlichten Finanzberichte verlassen, hiess es weiter. Zusätzliche Prüfungen hätten ergeben, dass sich nötige Anpassungen für die Jahre 2007 bis 2010 auf insgesamt rund 500 Mio USD beliefen, wobei der Betrag pro Jahr zwischen 100 bis 150 Mio USD liegen dürfte.
KEINE AUSWIRKUNGEN AUF OPERATIVEN CASHFLOW - REINGEWINN MIT 20 MIO USD BELASTET
460 Mio USD der Gesamtsumme seien auf Fehler in der Ermittlung der steuerlichen Konsequenzen konzerninterner Gelder über mehrere Jahre hinweg zurückzuführen. Hauptgrund für die Fehler sei eine Falschbuchung im Jahr 2007 gewesen, welche in den Folgejahren wiederholt worden sei. Dies habe jedoch keine Auswirkungen auf den in der Rechnungslegung erfassten operativen Cashflow, erklärte das Unternehmen.
Auch müssten Anpassungen bei der Verbuchung immaterieller Güter vorgenommen werden. Diese sollen den Reingewinn in den Jahren 2007 bis 2010 in der Summe um rund 20 Mio USD belasten. Die angepasste Rechnungslegung soll gemäss der gesetzlichen Vorschriften in den USA innerhalb von 15 Tagen vorliegen, so das Unternehmen.
GRUND IST INADÄQUATE AUSBILDUNG UND MANGELNDE KONTROLLEN
Grund für die Buchhaltungsfehler seien die inadäquate Ausbildung und unzureichende Quantität des zuständigen Personals sowie unzureichende Prozesse und Kontrollen, hiess es weiter. Als Gegenmassnahmen würden die Steuerbuchhaltungsprozesse neu gestaltet sowie zusätzliches, speziell ausgebildetes Personal eingestellt. Weiter soll auch die Frequenz für Prüfungen der steuerrelevanten Vorgänge erhöht werden.
Auswirken dürfte sich die Entdeckung des Fehlers auch auf das Geschäftsjahr 2011. So werde die prognostizierte Steuerquote für 2011 revidiert. "Die Steuerquote für 2011 dürfte über den prognostizierten 20% liegen", erklärte CFO Andy Becnel an einer Telefonkonferenz am Mittwoch. Genaue Zahlen könnten aber erst nach Abschluss der Untersuchung der Vorgänge gemacht werden.
KRISEN IN NORDAFRIKA/NAHER OSTEN KÖNNTEN ZUSÄTZLICH BELASTEN
Zusätzlich belastet wird Weatherford von der Krise in Nordafrika und dem Nahen Osten. Vor allem die Aufstände in Tunesien, Ägypten und Libyen, aber auch die Unruhen in Jemen und Bahrain, hätten zur teilweisen Arbeitsniederlegung und der Evakuation von Personal geführt.
Vor allem die eskalierende Gewalt in Libyen verhindere jegliche Geschäftstätigkeit, da das gesamte nichtlibysche Personal evakuiert worden sei. Zudem seien im Falle anhaltender Kämpfe im nordafrikanischen Land sowohl immaterielle Güter im Wert von 141 Mio USD sowie bereitgestellte Rechnungsabgrenzungsposten von 76 Mio USD gefährdet, heisst es weiter. Ebenso könnten vertragliche Verpflichtungen im Wert von 19 Mio USD möglicherweise nicht eingehalten werden.
Weatherford erwartet jedoch keinen signifikanten Einfluss auf den Geschäftserfolg, da besagte fünf Länder nur für etwa 3% des Gesamtumsatzes verantwortlich zeichnen und nur in Libyen die gesamte Geschäftstätigkeit zum Erliegen kam. Sollte sich die Krise jedoch auf andere Länder ausweiten, vornehmlich auf Saudi Arabien, Algerien oder den Irak, könnten die negativen Auswirkungen für das Unternehmen verstärkt werden.
AKTIE STÜRZT AB - ANLEGER SIND ENTTÄUSCHT
Anleger haben sich von der heutigen Bekanntgabe sehr enttäuscht gezeigt. So verliert die Aktie bis gegen 16.12 Uhr 15,2% auf 19,00 CHF, das Tagestief lag gar bei 17,95 CHF. Der Gesamtmarkt gemessen am SPI sinkt derweil um 0,81%.
In Marktkreisen werden die Abgaben als Vertrauensentzug für Weatherford gewertet, hätten die Nachrichten doch negative Erinnerungen an andere Buchhaltungsskandale in den USA geweckt. Ebenfalls dürften einige Anleger Angst vor einer Guidance-Anpassung haben und teilweise das Vertrauen verloren haben, so ein Experte. Seit der US-Handelseröffnung hat sich die Aktie aber von einem Teil der Verluste erholt. Dies war so auch erwartet worden, da der hiesige Handel von kleinen Volumina bestimmt ist und das eigentliche Handelsgeschehen in Übersee stattfindet.
dl/dm

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