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Zürich (awp) - Das Erdöl-Serviceunternehmen Weatherford hat im ersten Quartal 2011 sowohl beim Umsatz als auch beim Betriebs- und Reingewinn das Vorjahresquartal übertroffen. Gegenüber dem Vorquartal haben die Ergebnisse indes abgenommen, hauptsächlich aufgrund politischer Unruhen im arabischen Raum sowie schwieriger Wetterbedingungen in Australien und Südostasien. Deutlich gestiegen sind hingegen die Umsätze in Nordamerika. Für das zweite Quartal gibt sich der Erdölservice-Anbieter vorsichtig. Die Aktie reagierte mit deutlichen Kursverlusten.
Im ersten Quartal 2011 hat das Unternehmen einen um 23% gestiegenen Umsatz von 2,86 Mrd USD erzielt, der Betriebsgewinn stieg um 96% auf 211,9 Mio USD. Der Reingewinn (nach Minderheiten) erreichte 59,2 Mio USD, im Vorjahr war noch ein Verlust von 68,4 Mio USD verzeichnet worden. Bereinigt um Sonderfaktoren (Non-GAAP) erzielte Weatherford einen Gewinn von 77,5 Mio USD, was einer Verdreifachung gegenüber der Vorjahresperiode entspricht.
Der Gewinn pro Aktie (Non-GAAP, diluted) verdreifachte sich ebenfalls gegenüber dem Vorjahresquartal auf 0,10 USD, gegenüber dem Vorquartal resultierte jedoch eine Abnahme um 0,06 USD. Der Ausblick eines Gewinns von 0,18 USD pro Aktie wurde damit klar verfehlt. Dies obschon der Ausblick erst Mitte März anlässlich der Unruhen in Nordafrika bereits von 0,27 USD auf 0,18 USD reduziert worden war.
Die Nettoverschuldung stieg gegenüber dem Vorjahr um 8,6% auf 6,90 Mrd USD. Dafür verantwortlich sei eine Erhöhung des Nettoumlaufvermögens von 365 Mio USD. Die Erhöhung sei massgeblich von Nord- und Lateinamerika angetrieben gewesen.
UMSATZ IN NORDAMERIKA STEIGT DEUTLICH - MITTLERER OSTEN UND ASIEN MIT ABGABEN
Nach Regionen aufgeteilt stieg der Umsatz in Nordamerika um 53% auf 1,36 Mrd USD. Vor allem die Aktivitäten in Kanada hätten sich gut entwickelt, während in Nordamerika aufgrund kälterer Wintertemperaturen keine Fortschritte erzielt worden seien. Dies führe dazu, dass sich die regionalen Schwerpunkte nicht so schnell verschieben würden wie ursprünglich angenommen. "Nordamerika wird auf absehbare Zeit ein grosses Gewicht behalten", erklärte CEO Bernard Duroc-Danner an einer Telefonkonferenz am Donnerstag.
Im Mittleren Osten/Nordafrika/Asien stieg der Umsatz um 2,5% auf 575 Mio USD. Gegenüber dem Vorquartal resultierte jedoch ein Umsatzeinbruch von 16%, massgeblich wegen der politischen Unruhen im arabischen Raum sowie herausfordernder Wetterbedingungen in Australien und China.
In Europa/Westafrika/FSU stieg der Umsatz um 12% auf 510,4 Mio USD. Gegenüber dem Vorquartal sanken die Umsätze indes um 3%. Grund dafür seien der Wintereffekt in der Nordsee, Russland und dem Kaspischen Meer. Der Umsatz in Lateinamerika sank erneut um 4% auf 409,8 Mio USD. Die grössten Rückgänge seien in Venezuela und Mexiko verzeichnet worden.
AUSBLICK VERHALTEN - AKTIE MIT ABSCHLÄGEN
Für das erste Halbjahr erwartet Weatherford noch keine grosse Erholung des Wachstums. "Wir sehen eine deutliches Wachstum in Nordamerika und erwarten in den anderen Regionen der Welt ein anziehendes Wachstum im zweiten Halbjahr", so Duroc-Danner. Jedoch dürfte sich Nordafrika aufgrund der momentan schwierigen politischen Situation nicht vor 2012 erholen.
Grosses Potential besitzen laut Management die Nordsee und Russland. Hier dürften die Umsätze bereits im ersten Halbjahr anziehen und sich im zweiten Halbjahr beschleunigen. "In Russland dürfte dies der Beginn einer mehrjährigen Wachstumsphase sein, begünstigt durch die Erschliessung sibirischer Öl- und Gasfelder", so der CEO.
Für das zweite Quartal 2011 erwartet das Management einen Gewinn pro Aktie (Non-GAAP, diluted) von 0,15 bis 0,17 USD. Bei der EBIT-Marge wird eine Verbesserung gegenüber dem Level von 2010 erwartet. "Wir erwarten 2011 eine Marge, die sich klar über den 11% im Geschäftsjahr 2010 bewegt", erklärte der CEO.
Anleger zeigten sich wenig erfreut von den schwachen Zahlen, von Analysten wurde vor allem die tiefe Profitabilität bemängelt. Die Aktie stand um 16.00 Uhr denn auch 4,7% tiefer bei 18,08 CHF (SPI +0,29%).
dl/uh

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