Navigation

Sprunglinks

Hauptfunktionen

Wechsel an der Spitze des Filmfestivals Venedig

Marco Müller, als er noch Direktor des Filmfestivals von Locarno war.

(Keystone)

Marco Müller, der 51-jährige gebürtige Römer mit Schweizer Abstammung, wird neuer Direktor des Filmfestivals Venedig.

Damit muss der Schweizer Moritz de Hadeln, der die Mostra del cinema seit zwei Jahren leitete und auf eine Erneuerung seines Vertrages hoffte, abtreten.

De Hadeln, der im März 2002 kurzfristig angefragt worden war, das Festival zu leiten, hatte im Dezember 2003 noch eine dreimonatige Vertragsverlängerung erhalten. Er äusserte sich sichtlich enttäuscht: "Ich habe mein Bestes getan."

Vierjähriger Vertrag



"Ich will ein Festival, das immer stärker auf die Forderungen der Filmemacher, der Vertreiber und der Zuschauer eingeht", sagte Müller. Er muss nun in der kurzen Zeit von weniger als einem halben Jahr ein Programm zusammen stellen. Die Mostra findet von 26. August bis 6. September statt.

Müller hat im Unterschied zu de Hadeln einen vierjährigen Vertrag erhalten, der allerdings nach einem Jahr überprüft werden soll, wie es hiess.

Der Sinologe Müller war von 1992 bis 2000 Direktor des Filmfestivals Locarno. Seither hat er sich als Filmproduzent betätigt.

Politische Gründe?

Müller war neben de Hadeln der meistgenannte Kandidat für die Direktion des ältesten Filmfestivals der Welt, das nach Cannes und Berlin als das drittwichtigste gilt. Ebenfalls genannt worden war der italienische Schauspieler Giancarlo Giannini.

De Hadeln hatte in den zwei Jahren als Direktor mehrheitlich gute Kritiken erhalten. Ihm war es nach Meinung von Experten unter anderem gelungen, mehr Hollywood-Filme und grosse Stars an den Lido zu holen und schwer verdauliche Streifen aus Fernost in den Hintergrund zu drängen.

Allerdings hielt er auch mit harscher Kritik an veralteter Technik und Infrastruktur in Venedig nicht zurück.

Er muss offenbar aus politischen Gründen abtreten. In den letzten Monaten wurde mehrmals geargwöhnt, die Regierung Berlusconi wolle die Autonomie des Festivals abschaffen. Die Mitte-Rechts-Regierung hatte ein Reformprojekt verabschiedet, wonach die Biennale für private Geldgeber geöffnet werden soll.

Das Gerangel um die neue Führung in Venedig hatte Monate lang gedauert. De Hadeln klagte mehrfach über ein schwer durchschauendes "Netz von Intrigen".

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Marco Müller ist nach monatelangem Gerangel zum neuen Direktor des Filmfestivals in Venedig ernannt worden.

Das erste Festival unter seiner Leitung findet vom 26. August bis 6. September statt.

Damit endet das zweijährige Engagement des Schweizer Festival-Leiters Moritz de Hadeln.

"Eine sehr professionelle, aber eher elitäre Entscheidung", kommentierte die römische Zeitung La Rebubblica am Freitag.

Müller gilt als Kenner und Anhänger des chinesischen und fernöstlichen Kinos.

Infobox Ende

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.










Umfrage zu SWI swissinfo.ch

Online-Umfrage ausfüllen: Tastatur und eintippen close-up

Liebe Auslandschweizer, sagen Sie uns Ihre Meinung.

Meinungsumfrage