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Davos (awp/sda) - Am Mittwoch beginnt in Davos das 41. Weltwirtschaftsforum (WEF). Viele der rund 250 Podiumsgespräche drehen sich um die Verlagerung politischer und wirtschaftlicher Macht nach Osten und Süden. Höhepunkt bleiben aber die Einzelauftritte von fünf Regierungschefs aus den bislang dominierenden G8-Staaten.
Die USA melden sich mit einer grossen Delegation, angeführt von Finanzminister Timothy Geithner, zurück, nachdem sie sich im vergangenen Jahr rar gemacht hatte. Selbst ein geplantes Podium der Schweizerisch-Amerikanischen Handelskammer platzte damals. Auch die EU nutzt das bis Sonntag dauernde Jahrestreffen des WEF intensiv: nicht weniger als 10 Kommissare sowie Ratspräsident Herman Van Rompuy haben sich angemeldet.
Die Eröffnungsansprache hält der russische Präsident Dmitri Medwedew. Ein Einzelpodium bekommen auch US-Finanzminister Geithner, der französische Präsident Nicolas Sarkozy, der dieses Jahr auch die G8 präsidiert, die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, der britische Premierminister David Cameron und der japanische Premier Naoto Kan.
Gerade bei den informellen Kontakten am WEF dürfte ein wichtiges Thema die Schuldenkrise verschiedener Staaten sein. Erwartet werden etwa der griechische Premierminister George Papandreou, sein belgischer Amtskollege Yves Leterme oder die spanische Finanzministerin Elena Salgado.
Sie treffen in Davos auf neue Geldgeber: So wird mit Gao Xiqing der Präsident der China Investment Corporation (CIC) erwartet, dem Staatsfonds, der einen grossen Teil der riesigen Devisenreserven des Landes verwaltet. Handelsminister Chen Deming führt eine chinesische Delegation an, die sich gegenüber den letzten Jahren verfünffacht hat. Die indische hat sich vervierfacht, auch aus der arabischen Welt finden zahlreiche Entscheidungsträger nach Davos.
Insgesamt sind 2500 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft aus 100 Ländern eingeladen. Rund die Hälfte der Teilnehmer stellen die Unternehmen, die als Mitglieder das WEF finanzieren. Viel selbstkritische Reflexion steht nach der schwersten Weltwirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr auf dem Programm. Banker zieht es erst zögerlich aufs Podium.
WEF-Gründer Klaus Schwab will den Blick auf das Zeitalter der "Postglobalisierung" richten, das begonnen habe. Er stellte das diesjährige WEF unter das Motto "Gemeinsame Normen für eine neue Realität", denn die politische und wirtschaftliche Macht verlagere sich von West nach Ost und von Nord nach Süd.
Die globalen Entscheidsysteme würden dem Tempo und der Komplexität der Veränderung in der multipolaren Welt nicht mehr gerecht. Das WEF sei deshalb als Weltgipfel so gefragt wie nie, die Liste der Teilnehmer bislang einzigartig in Qualität und Diversität.
Kurzfristig debattiert werden soll auch die Zukunft von Tunesien nach dem Umsturz. Zu einem anderen Podium werden sechs afrikanische Staatschefs erwartet. Auch der Umgang mit Naturressourcen, Energie, Emanzipation, Krankheiten und Armut werden diskutiert, weniger am Rande als früher.
Dafür sind der Nahost-Konflikt, Afghanistan und der Irak weitgehend von der Agenda verschwunden. Die Schweiz als Gastgeberin ist mit vier Bundesräten vertreten, ihr Kommen angekündigt haben Doris Leuthard, Micheline Calmy-Rey, Eveline Widmer-Schlumpf und Johann Schneider-Ammann.
Der Volkswirtschaftsminister organisiert am Rande des WEF ein Treffen zur Wiederankurbelung der Doha-Liberalisierungsrunde der Welthandelsorganisation (WTO). Allerdings ist mit Brasilien, wegen des kürzlichen Präsidentenwechsels, ein wichtiger Staat kaum am WEF vertreten. Offen ist, ob Seif Al-Islam Gaddafi die Einladung des WEF annimmt, um mit dem viel beschworenen "Geist von Davos" zu einer weiteren Entspannung der Beziehungen der Schweiz mit Libyen beizutragen.
mk

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