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Weltgesundheitstag: Problematik der Blutspenden im Mittelpunkt

Jede fünfte Bluspende wird nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht auf alle Krankheitserreger untersucht. Einer halbe Million Menschen steckten sich jedes Jahr bei Bluttransfusionen mit dem Aids-Virus an, erklärte die WHO.

Dieser Inhalt wurde am 07. April 2000 - 08:04 publiziert

Jede fünfte Bluspende wird nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht auf alle Krankheitserreger untersucht. Einer halbe Million Menschen steckten sich jedes Jahr bei Bluttransfusionen mit dem Aids-Virus an, erklärte die WHO.

Bis zu 16 Millionen Menschen infizieren sich zudem wegen unsauberen Bluttransfusionen mit Hepatitis B, betonte die WHO aus Anlass des Weltgesundheitstags am 7. April. Der Tag steht in diesem Jahr unter dem Motto "Blut und Plasma spenden - Leben und Gesundheit sichern".

Zwischen fünf und zehn Prozent aller HIV-Infektionen werden laut WHO weltweit wegen unsauberen Bluttransfusionen übertragen. Insgesamt 5,6 Millionen Menschen stecken sich jedes Jahr mit dem Aids-Virus an. Ausser Hepatitis und HIV werden auch Syphilis, Malaria und die Chagas-Krankheit durch Bluttransfusionen übertragen.

Schlimme Lage in Entwicklungsländern

Am schlimmsten sei die Lage in den Entwicklungsländern, erklärte die WHO. Diesemüssten dringend nationale Blutspende-Programme mit einheitlichen Qualitätsstandards entwickeln. Die reichen Ländern sollten die Dritte Welt dabei unterstützen, forderte die WHO.

Von den 191 WHO-Mitgliedstaaten verfügen weniger als 70 über nationale Blutspende-Programme. Oft seien auch die Labors schlecht ausgestattet und das Personal nicht genügend ausgebildet.

In Industrieländern kommen 98 Prozent der Blutspenden aus sicheren Quellen. Die 30 Millionen Liter Blut, die weltweit jedes Jahr gespendet werden, seien nicht genug, betonte die WHO. Gesunde Menschen sollten deshalb regelmässig Blut spenden.

"Millionen Menschen haben weiterhin keinen Zugang zu sicheren Blutspenden", betonte WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland. Die Untersuchung einer Blutspende-Einheit (450 Milliliter) kostet laut WHO rund 40 Dollar.

Weltweit werden jedes Jahr gut 30 Millionen Liter Blut gespendet. Das ist laut WHO nicht genug. Die Organisation fordert alle gesunden Menschen auf, regelmässig Blut zu spenden. 500'000 Frauen sterben jedes Jahr an Schwangerschaftskomplikationen; ein Viertel davon wegen Blutverlust bei der Geburt.

swissinfo und Agenturen

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