Navigation

Sprunglinks

Hauptfunktionen

Weltklasse Zürich 2007 bringt Zukunft der Leichtathletik

Hansjörg Wirz, der OK-Präsident von Weltklasse Zürich.

(Keystone)

Verbesserungen bei der Planung von Meetings und beim Preisgeld sind nötig, damit Weltklasse Zürich eine Zukunft hat, sagt OK-Präsident Hansjörg Wirz.

Ein swissinfo-Gespräch mit Hansjörg Wirz, der auch Präsident des Europäischen Leichtathletik-Verbandes (EAA) ist. Wirz wird nach dem Meeting zurücktreten.

Das letzte Leichtathletik-Meeting am 18. August im altehrwürdigen Stadion wird auch zu einer Veranstaltung im Zeichen der Nostalgie. Viele Stars vergangener Tage werden dem Letzigrund noch einmal die Ehre erweisen.

Im Zentrum stehen jedoch die Aktiven. Die um das Preisgeld kämpfen, sich jedoch bereits über ein üppiges Startgeld – je nach Status – freuen dürfen.

swissinfo: Was erwarten Sie vom letzen Meeting im alten Letzigrund?

Hansjörg Wirz: Noch einmal soll im alten Stadion die einmalige Stimmung und die Magie von Weltklasse Zürich aufleben.

Auch ich bin ergriffen von dieser Tatsache, dass es das letzte Meeting an der alten Wirkungsstätte ist. Wir werden würdig Abschied feiern.

Gleichzeitig wird die Abschiedsfeier aber verbunden sein mit der Tatsache, dass wir in einem Jahr ein neues Stadion haben werden, das auch neue Möglichkeiten eröffnet. Wir alle sind also etwas traurig, aber auch glücklich, dass wir eine neue Zukunft vor uns haben.

swissinfo: Und welches werden am Freitag die Highlights sein?

H.W.: Der Höhepunkt ist eigentlich dann erreicht, wenn wir auf ein gelungenes Meeting zurückblicken können. Also am Schluss der Veranstaltung. Damit meine ich, dass die gesamte Weltklasse ein hohes Niveau aufwies und nicht ein einzelnes Event aus sonst mittelmässigen Leistungen hervorragt.

Deshalb auch haben wir so viele Zuschauer, die eine einzigartige Stimmung erzeugen, welche die Athletinnen und Athleten so geniessen.

swissinfo: Etliche Athleten starten nun aber an gleichzeitig stattfinden Meetings, in England, USA, China oder Russland. Was kann da in Zukunft unternommen werden?

H.W.: Wenn wir vom Veranstaltungs-Kalender in Europa sprechen, dann müssen wir diesen in Zukunft besser im Auge behalten. Wir sehen eine Zunahme der Zahl der Veranstaltungen, die mit der Golden League nicht abgestimmt sind. Daran müssen wir arbeiten, zumal diese Meetings nicht das Niveau der Golden League erreichen.

swissinfo: Der Anreiz für die Athleten, auch der finanzielle, bei einem Golden League-Meeting mitzumachen, ist kleiner, wenn sie nicht jedes Mal gewinnen.

H.W.: Unser Jackpot-System sagt, dass Athleten sechs Mal gewinnen müssen, um an die Million im Topf zu kommen. Bei andern Veranstaltungen bist du schon der Star, wenn du drei Mal gewinnst.

Wir sagten aber, das ist für uns nicht gut genug, um als beste Meeting-Serie zu gelten. Deshalb muss ein Athlet sechs Mal – also in allen Wettbewerben der Serie - gewinnen. Das haben wir nun etwas modifiziert und auch einen Jackpot für diejenigen geschaffen, welche fünf Mal gewinnen. Doch denke ich, dass wir noch einen zusätzlichen Schritt machen müssen.

swissinfo: Das Golden League Meeting in Berlin hat Athleten nicht eingeladen, die von Trevor Graham gecoacht werden, der in Dopinggeschichten involviert sein soll. Sie haben das nicht getan.

H.W.: Um eine solchen Schritt zu tun, müssen die Umstände und Hintergründe genau geklärt sein. Wir haben seit den Olympischen Spielen 2004 ein klare Position: Athleten, die in ein hängiges Dopingverfahren involviert sind, werden in Zürich nicht eingeladen.

swissinfo: Kann Weltklasse Zürich eigentlich noch besser werden?

Im nächsten Jahr haben wir ein neues Stadion, neue Möglichkeiten und werden auch über eine topmoderne Kommunikations-Infrastruktur verfügen. Damit werden wir die Zuschauer noch mehr integrieren können. Wir werden nächstes Jahr die Leichtathletik der Zukunft veranstalten.

swissinfo-Interview, Matthew Allen, Zürich
(Übertragung aus dem Englischen, Urs Maurer)

Fakten

1928 wurde Weltklasse Zürich zum erstenmal ausgetragen.

Seither wurden 23 Weltrekorde erzielt, die letzten drei 1997.

Asafa Powell (100 m), Jeremy Warner (400 m) , Sanya Richards (400 m Frauen) und Tirunesh Dibaba (5000 m Frauen) können noch alle Golden League Meetings 2006 gewinnen.

Das Meeting hat ein Budget von 5,2 Mio. Franken

Infobox Ende

In Kürze

Die sechs Golden League Meetings finden in Oslo, Paris, Rom, Zürich, Brüssel und Berlin statt.

Wer alle 6 Austragungen gewinnt, kommt in den Genuss des Jackpots (1 Mio. Dollar), wer 5 gewinnt, nimmt am Jackpot von 500'000 Dollar teil.

Der neue Letzigrund ist ein multifunktionales Stadion ohne Mantelnutzung (Geschäfte, Restaurants etc.). Für Fussballspiele bietet es 25'000 Plätze, für das Leichtathletik-Meeting 30'000 Plätze und für Openair-Konzerte bis zu 50'000 Plätze. Architekt ist Eraldo Consolascio.

Die Kosten für den Neubau betragen rund 110 Mio. Franken. Zusätzliche 5,9 Millionen sind erforderlich, um das Stadion für die Fussball-Euro 2008 temporär aufzurüsten

Bei der Abschiedsgala in diesem Jahr sind ehemalige Leichtathletikstars dabei, die in Zürich Geschichte geschrieben haben, wie Sebastian Coe, Carl Lewis oder Sergei Bubka.

Beim "Abschiedmeeting" werden 5 Weltrekordhalter, 18 Europameister, 15 Goldmedaillengewinner und 14 aktuelle Weltmeister am Start sein.

Infobox Ende


Links

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

×