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Weltweiter Aufruf zum Kampf gegen die Armut

Ein weisses Band gegen die Armut am Aktionstag in Bern.

(Keystone)

Mit Aktionen in mehreren Schweizer Städten haben Organisationen und Verbände am Mittwoch auf den Welttag zur Überwindung von Armut und Ausgrenzung aufmerksam gemacht.

Koordiniert wurden die Schweizer Aktivitäten vom Bündnis "0,7%-Gemeinsam gegen Armut", dem über 60 Organisationen angehören.

Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey traf in Bern an einem Anlass der Bewegung ATD Vierte Welt Schweiz mit Vertretern von Familien zusammen, die unter prekären Bedingungen leben und sozial ausgegrenzt werden.

Es sei "nicht normal", dass Leute in der reichen Schweiz mit ihrer florierenden Wirtschaft unter solchen Umständen leben müssten, sagte Calmy-Rey.

Am Mittwoch riefen diverse Nichtregierungs-Organisationen die Schweiz auf, die Entwicklungshilfe auf 0,7% des Bruttosozialprodukts zu erhöhen. "Es ist wichtig, dass die Schweiz sich solidarisch zeigt", sagte Calmy-Rey dazu.

Hochseilakt und Streitgespräch

In Bern, Basel und Luzern wurden weisse Bänder ausgerollt, weisse Fahnen aufgehängt, Standaktionen durchgeführt und Reden gehalten. Gegen Abend balancierte David Dimitri auf einem Hochseil über den Berner Bundesplatz.

In Zürich fand ein Streitgespräch über die Schweizer Entwicklungshilfe statt. Weitere Anlässe gab es in Freiburg, Genf, Lausanne, Lugano und Delsberg.

Im Sommer hatte das Bündnis eine Petition zugunsten einer Erhöhung der Entwicklungshilfe von heute 0,4 auf 0,7% des Bruttosozialproduktes verlangt, was einer Aufstockung von derzeit 2 auf knapp 4 Mrd. Franken entspräche.

Das Begehren wurde seither von über 50'000 Personen unterzeichnet. Unterstützt wird die Petition auch von der Regierung des Kantons Basel-Stadt.

"Wir Jungen müssen Verantwortung übernehmen"

Auch bei der UNO in New York gab es eine Veranstaltung: Dabei rief die Schweizer UNO-Jugendvertreterin Adina Rom zum Kampf gegen die Armut auf.

Im UNO-Garten verlas Rom mit Generalsekretär Ban Ki Moon, einem weiteren Jugendlichen und dem Präsidenten der Generalversammlung, Srgkan Kerim, den "Pledge against poverty", die Versprechen der Staatengemeinschaft im Kampf gegen die Armut.

Bis 2015 will die UNO zehn Millenniums-Entwicklungsziele erreichen. Unter anderen die weltweite Halbierung der Armut und der sozialen Ungerechtigkeit.

"Es ist mir ein grosses Anliegen, hier alle Staaten an ihre Verantwortung zu erinnern, die sie mit den Millenniums-Entwicklungszielen eingegangen sind", erklärte Adina Rom in New York gegenüber swissinfo.

"Als Jugendliche darf es mir nicht egal sein, was auf der Welt passiert, auch wir Jungen müssen Verantwortung übernehmen", begründet die Zürcherin, die in Genf Politologie studiert, ihr Engagement.

Die Armut sei eine der ganz grossen Geisseln. Es sei eine Ehre für sie, hier die Jugend vertreten zu dürfen. Es sei wichtig, dass die Stimme der Jugend auch bei der UNO gehört werde.

Drei Schweizer UNO-Jugendvertreter

Die 22-jährige Schweizerin vertritt zur Zeit in der Generalversammlung die Anliegen junger Schweizerinnen und Schweizer. Die Jugendlichen tagen noch bis Ende Woche.

Adina Rom ist eine von drei Schweizer UNO-Jugendvertretern. Die 20 "Youth Reps" aus 18 Ländern machen zum einen die UNO auf Themen aufmerksam, die Jugendliche beschäftigen. Zum andern klären sie Jugendliche in ihrer Heimat über die Arbeit der Weltorganisation auf. Das "Youth Rep-Programm" wird vom Bund unterstützt.

swissinfo und Agenturen

DER 17. OKTOBER

Am 17. Oktober 1987 folgten 100'000 Menschenrechts-Aktivisten dem Aufruf von Joseph Wresinski, dem Begründer der Bewegung ATD-Vierte Welt ("All together for Dignity"), und versammelten sich in Paris zu einer grossen Kundgebung gegen die Armut.

Eine Gedenktafel für die Opfer der Armut wurde am Trocadéro errichtet, dem Ort der Unterzeichnung der universellen Menschenrechte von 1948.

Fünf Jahre später hat die UNO-Generalversammlung den 17. Oktober zum internationalen Gedenktag für den Kampf gegen die Armut erklärt.

Seither finden jedes Jahr am 17. Oktober Märsche, Ausstellungen und andere Veranstaltungen statt, mit dem Ziel, den Ärmsten das Wort zu erteilen und sie in den Anstrengungen gegen die Armut und Ausgrenzung zu unterstützen.

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