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Weltwirtschaft und Terror-Bekämpfung

Volkswirtschafts-Minister Pascal Couchepin gehört zu den Schweizer Regierungsvertretern, die am WEF in New York teilnehmen. Keystone

Drei Schweizer Minister nehmen am World Economic Forum in New York teil. Volkswirtschafts-Minister Pascal Couchepin gibt sich für die Entwicklung der Wirtschaft optimistisch.

Dieser Inhalt wurde am 01. Februar 2002 - 20:47 publiziert

Mehr als 2000 Personen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Religion treffen sich zurzeit im Hotel Waldorf Astoria in New York. Neben dem Schweizer Bundespräsidenten Kaspar Villiger ist auch Volkswirtschafts-Minister Couchepin von Beginn weg mit dabei.

Der weltweite Rückgang des Wirtschaftswachstums ist das Hauptthema in den meisten Diskussionen - und die meisten WEF-Teilnehmer sind optimistisch, dass sich die Perspektiven für die USA dieses Jahr verbessern werden.

Gleiches prognostiziert Volkswirtschafts-Minister Couchepin auch für die Schweiz, wenn er auch annimmt, dass es vor dem Aufschwung zuerst noch schlechter werden wird als bisher. "Ich bin überzeugt, dass wir keine Rezession haben werden", sagte Couchepin. "Es mag ein Quartal mit negativem Wachstum geben, aber nicht zwei." Dennoch: "Der Wirtschafts-Abschwung wird bis zum Sommer andauern, erst dann wird es wohl Erholung geben."

Da das WEF in New York stattfindet, sind die Diskussionen über die Terror-Anschläge und den Krieg der USA gegen den Terrorismus erst recht überall präsent. Die Terror-Bekämpfung der Amerikaner beschränkt sich bei weitem nicht auf militärische Aktionen: Ein zentrales Element ist, die Geldströme hin zu verdächtigen Gruppen zu unterbinden.

Kritische Stimmen Schweiz - USA und umgekehrt

Davon ist auch die Schweiz betroffen und da werden immer mehr kritische Stimmen laut gegen die rigorosen Massnahmen der USA. So hat sich die Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers kürzlich zurückhaltend geäussert zu der langen Liste der Organisationen, welche Amerika als Terror-Organisationen einstuft. Für die Vereinigung ist die Gefahr gross, dass die Liste Irrtümer enthält, zudem sei der Interpretations-Spielraum sehr gross.

"Zu Beginn gab es einige Kritik von Seiten der USA. Doch jetzt sind sie überzeugt, dass unser System dem Kampf gegen den Terror gerecht wird", sagte Pascal Couchepin.

Ausführlich die Schweizer Position vertreten wird auch Bundespräsident und Finanzminster Villiger. Er wird in seinem reich befrachteten Programm der nächsten Tage an einer Diskussionsrunde zum Thema Geldwäscherei teilnehmen. Mit dabei sein werden auch der französische Finanzminister Laurent Fabius sowie die Generalsekretäre von Interpol und der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung).

Neben bilateralen Treffen mit Vertretern von Regierungen kommt Villiger auch mit dem Chef des Internationalen Währungsfonds, Horst Köhler, zusammen.

Volkswirtschafts-Minister Couchepin seinerseits wird in einer Diskussionsrunde Wege suchen, um die Drittweltländer bei der Entwicklung ihrer Demokratien zu unterstützen.

Kämpfen um Rückkehr nach Davos

Zu all den inhaltlichen Diskussionen haben die Schweizer noch ein weiteres Anliegen: Sie werben für die Rückkehr des World Economic Forums nach Davos. Nachdem der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg mit den Worten "Geht in die Schweiz Ski fahren, aber lässt das WEF hier" für seine Stadt geworben hatte, erklärte Couchepin gegenüber swissinfo bloss, er hoffe, das WEF werde zurückkehren und bleiben. "Wie New York nun erfahren hat, ist es nicht so einfach, das Forum zu organisieren. Und Davos ist die Beherbergung des WEF gewohnt."

Anti-WEF-Kundgebung in Zürich

Rund 600 Menschen haben am Freitagabend in Zürich an einer nicht bewilligten Kundgebung gegen die Globalisierung und das Weltwirtschaftsforum teilgenommen. Die Polizei sicherte das Umfeld mit einem massiven Aufgebot ab. Brücken in Richtung Bahnhofstrasse waren abgesperrt.

Ein Teil der Demonstrierenden warf mit Fabbeuteln gegen ein Bankgebäude und warfen mit Steinen. Besonders abgesehen hatten sie es auf am Strassenrand stehende Limousinen. Zerstört wurden unter anderem ein Ferrari und ein Mercedes.

Die Polizei, welche die Situation nach eigenen Angaben unter Kontrolle hatte, nahm mehrere Personen fest. Sie setzte Wasserwerfer und Tränengas gegen die aufgebrachten Demonstrierenden ein.

Ein Polizist wurde durch einen geschleuderten Stein am Gesicht verletzt. Noch am späten Abend war die Polizei gegen Randalierer im Einsatz.

Sonderkorrespondent Michael Hollingdale und Agenturen

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