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Wie weiter nach der UMTS-Euphorie?

Die UMTS-Technologie könnte sich am Ende als kostspieliges Abenteuer erweisen.

(Keystone)

Die mobile Telefonie der 3. Generation (UMTS) blickt einer ungewissen Zukunft entgegen. Der Zeitpunkt des Starts in der Schweiz und die Technik- und Dienstleistungspartner sind ebenso unbekannt wie die genauen Summen, die investiert werden sollen.

Noch im vergangenen Sommer wurden vom UMTS wahre Wunder erwartet. Die Euphorie ist unterdessen jedoch einer Ernüchterung gewichen. Ungewiss sind nach wie vor die genauen Absichten und Angebote der vier Anbieter, die eine Lizenz ersteigert haben. Dies sind Swisscom, Sunrise, Orange und Telefonica.

UMTS (Universal Mobile Telecommunication System) gilt als Schlüssel-Technologie für das künftige Mobilfunkgeschäft und soll mit hoher Übertragungs-Geschwindigkeit multimediale Anwendungen auf Mobiltelefonen ermöglichen.

"Niemand weiss heute, welche Richtung die UMTS-Technologie nehmen wird. Es herrscht völlige Ungewissheit", sagte Jean- Philippe Barras, Analyst bei der Waadtländer Kantonalbank.

Nicht vor 2002

Auch die Banken scheinen verunsichert zu sein. Sie geben sich heute bei der Kreditgewährung äusserst zurückhaltend, während sie noch vor wenigen Monaten bei den diversen Versteigerungen der UMTS- Lizenzen die Kreditschleusen weit geöffnet hatten, so vor allem in Grossbritannien und Deutschland.

Trotz allem machen die Anbieter auf Optimismus. Swisscom und Sunrise (diAx) wollen nach eigenen Angaben ihre UMTS-Dienste bereits Ende 2002/Anfang 2003 anbieten. Orange wollte sich auf Anfrage nicht auf ein Datum festlegen.

Und auch der Sprecher der spanischen Telefonica, Eduard Holand, hüllt sich in Schweigen.

Milliardeninvestitionen

Swisscom Mobile ihrerseits will "über eine Milliarde Franken" für den Aufbau ihrers UMTS-Netzes investieren. Als Ausrüster hat sie den schwedischen Ericsson-Konzern gewählt. Die notwendigen Investitionen will Swisscom zum Teil mit dem Verkauf von Liegenschaften finanzieren.

Sunrise rechnet nach eigenen Angaben mit Investitionen von etwa 1,5 Mrd. Franken, während sich Orange mit einer Milliarde begnügen will.

Für den Aufbau des Netzes werden die vier Anbieter Swisscom, Sunrise, Orange und Telefonica Milliarden-Beträge aufwenden müssen. Eine Zusammenarbeit könnte sinnvoll sein. "Es macht keinen Sinn, bis in den letzten Winkel des Landes hinein vier Netze auszulegen", sagte ein Mobilfunk-Manager gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Experten voller Skepsis

Mittlerweile sehen Experten die Aussichten für schnelle Erlöse aus dem neuen Multimedia-Standard eher skeptisch. Eine kürzlich veröffentlichte Studie aus Grossbritannien kommt zudem zum Schluss, dass die UMTS-Technologie zweimal mehr Antennen benötigt, als ursprünglich geschätzt worden war.

Ferner sei die Zuverlässigkeit der neuen Technik noch nicht über jeden Verdacht erhaben. Es sei noch viel Forschungsarbeit nötig. Noch vor einem Jahr als industrielle Revolution des Jahrhunderts gefeiert, könnte sich die UMTS-Technologie nach Ansicht von Experten letztlich auch als kostspieliges Abenteuer für Anbieter und Konsumenten erweisen.

Bastien Buss, sda


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