Wieder mehr BSE-Fälle

2001: 9 BSE-Fälle mehr als im Vorjahr. Keystone

In der ganzen Schweiz gab es 2001 42 BSE-Fälle. Damit haben die Erkrankungen nach einem Rückgang im Vorjahr wieder zugenommen.

Dieser Inhalt wurde am 07. Januar 2002 - 20:20 publiziert

13 BSE-Erkrankungen wurden im Jahr 2001 im Rahmen einer freiwilligen Untersuchung bei Normalschlachtungen entdeckt. Es ist das erste Mal, dass die Statistik solche Fälle aufführt. 10 waren gemäss der am Montag veröffentlichten Statistik des Bundesamtes für Veterinärwesen (BVET) klinische Fälle. 19 Fälle wurden im Rahmen des Untersuchungs-Programms (UP) eruiert.

Dass erkrankte Tiere mit der Normalschlachtung in die Lebensmittelkette gelangen können, habe man vermutet, sagte BVET-Sprecher Hans Wyss. Bei den vergleichbaren Zahlen - klinische Fälle und UP - verzeichne man einen leichten Rückgang von 33 (2000) auf 29 (2001). Doch das BSE-Problem sei "noch nicht ausgestanden".

Neue Erkenntnisse führten zum Verbot

Die fünf Tiere, deren BSE-Erkrankung das BVET im vergangenen Dezember registriert hatte, sind nach dem Tiermehl-Fütterungsverbot für Wiederkäuer von 1990 geboren worden; das jüngste im März 1998. Das Verbot und die ab 1996 angeordneten Verbrennungen von Risiko-Organen konnten die Infektionsquellen nicht ausschalten.

Seit dem ersten Januar 2001 darf daher überhaupt kein Tiermehl mehr verfüttert werden. Seit 1997/98 gehen die Wissenschaftler laut Wyss davon aus, dass selbst kleinste Mengen von infektiösem Material reichen, um ein Tier anzustecken. Verunreinigungen seien daher bereits bei der Tierfutterproduktion leicht möglich gewesen.

Heimtückisch an BSE sei, dass sich die Effizienz einer getroffenen Massnahme erst nach vier bis fünf Jahren herausstelle, sagte Hans Wyss. Das Bundesamt rechnet denn auch nach dem totalen Tiermehlverbot in den nächsten Jahren mit weiteren BSE-Fällen. "Ab 2005 können wir sehen, ob das Verbot wirksam ist."

Keine obligatorische Kontrolle

Gesetzt, das Tiermehl ist die einzige Infektionsquelle, müsste die Zahl der Fälle abnehmen, ab 2005 dann sogar deutlich absacken. Die normale Inkubationszeit betrage bei BSE vier bis fünf Jahre, sagte der BVET-Sprecher. In Extremfällen könne die Krankheit indes noch bei 7- bis 9-jährigen Tieren ausbrechen.

Dem Runden Tisch, den die Kleinbauern-Vereinigung Mitte Dezember zum Thema BSE gefordert hatte, stellt sich das BVET nicht entgegen. "Erste Kontakte haben bereits stattgefunden", sagte Hans Wyss. Obligatorische Untersuchungen bei Normalschlachtungen erachtet das BVET jedoch nach wie vor nicht als notwendig.

Wenn die Betriebe dies selbstverantwortlich durchführen, sei das gut, vermerkte Wyss. Für das BVET hätten die entdeckten Fälle die Situation nicht grundlegend verändert. Wesentlich sei, dass seit 1990 bei allen Tieren die Risikoorgane wie Hirn oder Rückenmark aus der Nahrungsmittelkette eliminiert würden, sagte der BVET-Sprecher.

Im Jahr 1999 zählte das BVET landesweit insgesamt 50 BSE-Fälle, davon 25 klinische Fälle. Weil es es vor 1999 keine UP gegeben hat, sind lediglich die klinischen Fälle für Vergleiche massgebend. 1998 wies die Statistik 14 aus, 1997 waren es 38, und in den Jahren 1994 und 1995 gab es Rekordwerte von 63 bzw. 68 Fällen.

swissinfo und Agenturen

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